Wie aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria (Veröffentlichung 01.09.2025) hervorgeht, stieg der Fleischkonsum in Österreich 2024 geringfügig um 0,4 kg auf 58 kg pro Kopf. Dabei entfallen 32,6 kg auf Schweinefleisch, 13,8 kg auf Geflügel und 9,9 kg auf Rind und Kalb. 860.100 Tonnen Fleisch hat die heimische Landwirtschaft im Jahr 2024 produziert, der Bedarf an Fleisch konnte somit zu 107 % gedeckt werden.
Mit der Frage, wie die Ernährung der Tiroler Bevölkerung aussieht, hat sich ein Forschungsteam des FH-Bachelor Studiengangs Diaetologie an der fh gesundheit beschäftigt. Im Rahmen der zweiten Tiroler Ernährungserhebung (Veröffentlichung Juli 2025) wurden 372 Personen aus den Bezirken Innsbruck und Innsbruck-Land zu ihrem Lebensmittelkonsum befragt sowie ihre Körperzusammensetzung im Hinblick auf Muskelmasse und Körperfettanteil analysiert. Daten aus einem online-Fragebogen zeichneten das Gesamtbild des Ernährungszustands in der Tiroler Bevölkerung. Fazit: Die Tirolerinnen und Tiroler essen nach wie vor zu viel Fleisch, der Verzehr von Nüssen, Samen und Kernen erlebt einen Aufschwung und Gemüse steht noch zu wenig am Speiseplan.
Die österreichische Ernährungspyramide für Menschen, die Fleisch und Fisch essen, empfiehlt pro Woche eine Portion Fleisch, eine Portion Fisch und wahlweise eine Portion Fleisch oder Fisch (je nach Kombination 150 bis 300 g Fleisch und Wurst bzw. Fisch pro Woche). Frauen konsumieren in Tirol durchschnittlich 2,6 Portionen Fleisch/Wurstwaren pro Woche, Männer konsumieren durchschnittlich 5,4 Portionen Fleisch/Wurstwaren pro Woche und damit deutlich mehr als empfohlen.
Die Empfehlungen zum Lebensmittelverzehr bei Gemüse, Obst, Getreideprodukten und Kartoffeln und Hülsenfrüchten wird hingegen nicht erreicht.
Qualität statt Quantität
Gerade beim Rindfleisch zeigt sich, welches Potential in der Tiroler Landwirtschaft steckt. Die Rinderhaltung ist traditionell stark von kleinstrukturierten Familienbetrieben, Grünlandwirtschaft und Almwirtschaft geprägt. Rindfleisch aus Tirol steht damit nicht für Massenproduktion, sondern für Qualität, Tierwohl und regionale Wertschöpfung. Vor dem Hintergrund der Ernährungsempfehlungen, die einen maßvollen Fleischkonsum vorsehen, rückt damit weniger die Menge als vielmehr die Herkunft und Qualität in den Fokus.
Ernährungsbildung spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle: Ein Drittel der Erwachsenen hat laut Ernährungserhebung eine eingeschränkte Ernährungskompetenz. Die Steigerung dieser Ernährungskompetenz muss schon im Kindesalter ein zentraler Baustein der Lebenswelt werden, um auch im Erwachsenenalter gesundheitsfördernde Essentscheidungen treffen zu können.
Die extensive Tiroler Landwirtschaft versorgt die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Wer seine Lebensmittel regional und saisonal kauft, fördert nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern leistet einen wesentlichen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit und der eigenen Gesundheit.
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