Während die Direktvermarktung von Rohmilch in Österreich dem allgemeinen Strukturwandel in der Landwirtschaft folgend leicht zurückging, zeigt sich bei einzelnen Produktkategorien ein erfreuliches Bild: Butter, Joghurt, Schlagobers und Sauerrahm legten 2025 sowohl in der Produktion als auch im Absatz zu. Das geht aus den jährlichen Erhebungen der Agrarmarkt Austria (AMA) zur Direktvermarktung von Milch und Milchprodukten hervor, die alle Landwirte mit einer Mindestvermarktungsmenge von 25.000 Kilogramm Rohmilch erfasst.
Insgesamt wurden 2025 in Österreich 31,5 Millionen Kilogramm Rohmilch direkt vermarktet, ein leichter Rückgang von 3,4 Prozent oder rund 1,1 Millionen Kilogramm gegenüber 2024. Mit Ausnahme von Salzburg und Niederösterreich (inkl. Burgenland) verzeichneten alle Bundesländer eine rückläufige Direktvermarktungsmenge. Niederösterreich gemeinsam mit dem Burgenland führt die Rangliste mit 5,6 Millionen Kilogramm an, knapp gefolgt von Vorarlberg mit 5,5 Millionen Kilogramm. Salzburg bleibt trotz eines leichten Zuwachses von 0,26 Prozent mit 1,8 Millionen Kilogramm das mengenmäßig kleinste Direktvermarktungs-Bundesland.
Konsummilch bleibt das Leitprodukt
Den größten Anteil an der vermarkteten Milchmenge nimmt nach wie vor die Konsummilch ein: 11,6 Millionen Kilogramm wurden 2025 ab Hof abgesetzt, womit sie das dominierende Produkt in diesem Segment bleibt und das trotz eines Rückgangs von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Niederösterreich ist hier mit 3,3 Millionen Kilogramm das stärkste Bundesland, gefolgt von Kärnten mit 2,9 Millionen Kilogramm. Oberösterreich, Österreichs milchreichstes Bundesland, rangiert bei der Konsummilch mit knapp zwei Millionen Kilogramm auf Platz drei, hat dafür aber die Nase vorn bei sonstigem Käse inklusive Topfen: Mit 201.093 Kilogramm übertrifft es Tirol (185.587 kg) deutlich. Laut Auskunft der Bäuerinnen und Bauern sind in diesem Segment vor allem Frischkäsevarianten und „Bauerntopfen" besonders gefragt.
Copyright © AMA-Marketing/BZ
Konsummilch nach wie vor das beherrschende Produkt in der Ab-Hof-Vermarktung.
Butter und Sonderkategorien auf Wachstumskurs
Besonders erfreulich entwickelte sich 2025 die Butterproduktion: Mit 97.833 Kilogramm wurde ein Plus von 3.652 Kilogramm oder 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Für diese Menge wurden etwas mehr als zwei Millionen Kilogramm Rohmilch verarbeitet. Vorarlberg nimmt dabei eine herausragende Stellung ein und produziert mit Abstand die größte Buttermenge im Bundesländervergleich.
Noch stärker wuchs die Kategorie der sonstigen Milchprodukte, darunter Kakao, Frucht- und Naturjoghurt, Vanillemilch, Eiskaffee, Schlagobers und Sauerrahm. Sie legte um 7,4 Prozent auf 4,1 Millionen Kilogramm zu. Treiber dieses Wachstums sind Nieder- und Oberösterreich, die jeweils mehr als 1,2 Millionen Kilogramm produzieren. Auch Vorarlberg, obwohl mengenmäßig Schlusslicht, verzeichnete in dieser Kategorie ein beeindruckendes Wachstum: Die Produktion stieg von 11.287 auf 34.037 Kilogramm, das ist ein Zuwachs von mehr als 200 Prozent.
Bergkäse erstmals unter der 600-Tonnen-Marke
Die Produktion von Bergkäse und Emmentaler ging 2025 um 3,4 Prozent oder rund 21.000 Kilogramm zurück und belief sich auf 586.513 Kilogramm, damit wurde erstmals die 600.000-Kilogramm-Grenze unterschritten. Die Erzeugung konzentriert sich traditionell auf Vorarlberg und Tirol, wo ein wesentlicher Teil des Käses auf Almen von Agrargemeinschaften hergestellt wird. Mehrere Bäuerinnen und Bauern bewirtschaften dabei gemeinsam die Almflächen; die Milch wird in den Sommermonaten direkt nach dem Melken auf der Alm verarbeitet und die fertigen Produkte unter dem Namen der jeweiligen Agrargemeinschaft direkt vermarktet.
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))