Ackerbauern suchen den Ausweg aus den wenig zufriedenstellenden Preisen heuer offenbar in einem Fruchtwechsel. Das zeigen die vergangene Woche veröffentlichten Auswertungsstatistiken der Mehrfachanträge 2026 schwarz auf weiß.
Deutlich weniger Weizen
Weichweizen ist zwar erneut die mit Abstand am häufigsten angebaute Kultur, die Flächendifferenz, vor allem zu Mais, schrumpft jedoch. Konkret wurden um 4.779 Hektar weniger Weichweizen angebaut. Das ergibt laut AMA ein „historisch geringes Ausmaß“ von nur mehr 236.991 Hektar. Zur Einordnung: Nach der Hochpreisphase 2022 wurden im Herbst mehr als 247.000 Hektar Weichweizen angebaut, also gut 10.000 Hektar mehr. Die AMA-Analysten sehen auch diesmal den Preis als Treiber für die Anbauentscheidung: „Im Oktober 2025 lag die Notierung an der Wiener Produktenbörse für Qualitätsweizen um ein Fünftel unter dem Preisniveau von Oktober 2024.“
Rübenminus ist amtlich
Auch bei den Zuckerrüben bleibt – bedingt durch die reduzierten Kontrahierungen – ein Minus in der Bilanz. Das Langzeittief des Vorjahres wurde, entsprechend der Vereinbarungen zwischen Rübenbauern und Agrana, nochmals reduziert. Somit wurden heuer 2.212 Hektar weniger Rüben gesät. Das Flächenausmaß beträgt laut Mehrfachanträgen etwa 22.800 Hektar. Auch hier sind Ursachen klar mit Marktkennzahlen zu belegen. Das Preismonitoring der EU nannte im Jänner einen um 43 Euro niedrigeren Zuckerpreis als ein Jahr zuvor.
Bei Kartoffeln preisbedingte Bremse
Nach der im Vorjahr eingefahrenen europaweiten Rekordernte bei Kartoffeln aller Verwendungszwecke und der nunmehr geringen Erzeugerpreissituation üben sich Österreichs Erdäpfelbauern heuer offenbar in Zurückhaltung. Die AMA notierte eine um 1.124 Hektar geringere Speisekartoffelfläche. Diese fällt damit wieder unter die 10.000-Hektar-Marke. Bei Stärkeindustriekartoffeln wurden gut 700 Hektar weniger angebaut. Das relativ größte Minus (18 %) wird bei Frühkartoffeln verzeichnet. Hier wurden um knapp 200 Hektar weniger gelegt.
Sommergerste als Auslaufmodell?
Bei den übrigen Winterungen wurde vor allem bei Wintergerste ein Zuwachs um mehr als 4.600 Hektar verzeichnet. Das beschert der Gerste (Futter- und Brauverwendung) mit mehr als 100.000 Hektar die größte Flächenausdehnung seit Beginn des Jahrzehnts. „Demgegenüber verliert Sommergerste 2.973 Hektar und erreicht somit ihr historisch geringstes Flächenausmaß“, informiert die AMA. Mit lediglich 21.678 Hektar hat sich die einst beliebte Sommerung binnen zehn Jahren flächenmäßig mehr als halbiert. Aber Achtung: In der Statistik inbegriffen sind gut 5.000 Hektar Sommergerste, die schon zum Herbstanbau gesät wurden – der Löwenanteil davon in Niederösterreich. Auch Roggen verzeichnet ein Flächenplus, den AMA-Statistikern zufolge vor allem wegen umfangreicherem Bio-Roggenbau (+2.044 ha). Für Bio-Ware stieg der Preis im Vorjahr um ein Fünftel, die derzeit um ein Viertel geringeren Lagerstände lassen auf ein gutes Preisniveau zur Ernte hoffen.
Voller Fokus auf Körnermais
In Ermangelung an lukrativen Alternativen setzen heuer laut Mehrfachantrag zahlreiche Bauern auf Körnermais. 2026 wurde die Körnermaisfläche – nach einem kräftigen Flächenplus im Vorjahr – um weitere 2.600 Hektar ausgedehnt und umfasst mit einem Anbauausmaß von rund 205.000 Hektar das größte Ausmaß seit dem historischen Rekordwert aus 2013.
Zählt man die (allesamt leicht rückläufigen) weiteren Verwendungen von Mais hinzu, ist der Vorsprung zum Weizen mittlerweile beachtlich. Inklusive Silomais, Saatmais und jenem für CCM wurden und werden in Österreich heuer gut 313.000 Hektar Mais angebaut. Bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Preise zur Ernte auswirkt.
Sonnenblume wird beliebter
Eine Alternative zum Mais ist die Sonnenblume. Deren Fläche wurde, nach einer kräftigen Ausdehnung im Vorjahr, heuer nochmals erweitert. Die AMA ortet hier die „attraktiven Preise“ als Grund. Andere Ölsaaten profitierten weniger. So verlor die Sojabohne das zweite Jahr in Folge Anbauflächen (-3.034 ha).
Nach Jahren kontinuierlicher Rückgänge konnte sich aber immerhin die Rapsfläche mit einem zaghaften Plus von 1.200 Hektar etwas erholen. Für den Rapsanbau entschieden sich vor allem Ackerbauern in Oberösterreich und im Burgenland.
Andernorts setzt man für die Ölproduktion zunehmend auf Kürbis. Dort wurde, wie schon 2025, erneut ein Flächenplus von mehr als 3.300 Hektar verzeichnet. „Damit wurde der historische Kürbisanbaurekord in 2021 von fast 40.000 Hektar nur knapp unterboten“, resümiert man in der AMA. Niederösterreich bleibe auch heuer bei der Erzeugung dieser Kultur das bedeutendste Bundesland.
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