befallener Mais

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Giftiges Aflatoxin B1 erstmals in Österreichs Mais nachgewiesen

Forscher der BOKU Tulln entdeckten den gefährlichen Schimmelpilz erstmals in niederösterreichischem Mais. Experten sehen einen Zusammenhang mit Klimawandel und Trockenheit, gleichzeitig verweisen Landwirtschaftskammer und Politik auf strenge Kontrollen.

Erstmals wurde in Österreich das hochgiftige Aflatoxin B1 in Mais nachgewiesen. Entdeckt wurde der Schimmelpilz auf einem Versuchsfeld im Tullnerfeld von Forschern der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Tulln. Die Erkenntnisse sorgen für Aufsehen, gleichzeitig betonen Landwirtschaftskammer und Experten, dass Mais in Österreich laufend streng kontrolliert wird. Darüber berichtete zuletzt auch der ORF Niederösterreich.

Aflatoxin B1 zählt zu den gefährlichsten natürlich vorkommenden Giften weltweit. Es wird von bestimmten Schimmelpilzen, insbesondere Aspergillus-Arten, gebildet, die vor allem aus tropischen und heißen Regionen bekannt sind. Dass der Pilz nun auch in Niederösterreich nachgewiesen wurde, sehen die Forscher als Folge zunehmender Hitze- und Trockenperioden.

„Aflatoxin B1 gilt als eines der stärksten natürlich vorkommenden Karzinogene“, erklärte Rudolf Krska, Leiter des Instituts für Bioanalytik an der BOKU Tulln, gegenüber ORF NÖ. Für das Gift gebe es „eigentlich keinen sicheren Grenzwert“, da selbst kleinste Mengen gesundheitsschädlich sein könnten.

Klimawandel begünstigt Ausbreitung

Die Untersuchungen wurden ursprünglich durchgeführt, um andere Toxine im Mais zu analysieren. Der Nachweis von Aflatoxin erfolgte eher zufällig, für die Wissenschaftler allerdings nicht überraschend. Laut Krska wandern krankheitserregende Mikroorganismen infolge des Klimawandels zunehmend Richtung Norden.

Auch Stefan Freitag von der BOKU-Forschungsgruppe sieht einen klaren Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen: „Der Pilz mag trockene, heiße Bedingungen, und durch diese langen Trockenperioden tritt er auch bei uns auf und fühlt sich so wohl, dass er Aflatoxin produziert.“

Der auf dem Versuchsfeld gemessene Wert lag über dem EU-Grenzwert für Mais. Für den menschlichen Verzehr ist derart belasteter Mais ungeeignet. Teilweise könne kontaminierter Mais jedoch noch als Tierfutter verwendet werden. Vorsicht sei allerdings bei Milchkühen geboten, da das Gift in die Milch übergehen könne.

Landwirtschaftskammer verweist auf laufende Kontrollen

Von Seiten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich wird betont, dass Aflatoxin seit Jahren Teil eines umfassenden Monitorings ist. Gemeinsam mit der AGES und unterstützt vom Landwirtschaftsministerium würden regelmäßig Proben untersucht.

Laut LK wurde in den Jahren 2024 und 2025 an keinem der 43 untersuchten Standorte Aflatoxin B1 nachgewiesen. „Österreichischer Mais stellt daher für die Verarbeiter sowohl für Futtermittel- als auch andere Zwecke eine sehr sichere Bezugsquelle dar“, heißt es in einer Stellungnahme.

Auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf verweist auf die hohen Standards in Österreich: „Österreich zählt europaweit zu den Ländern mit den höchsten Standards bei der Lebensmittelsicherheit. Die Entdeckung der BOKU zeigt, dass unsere Forschungseinrichtungen top sind und dass unsere Lebensmittel streng kontrolliert werden.“

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