Rapskörner in der Hand

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Terminmarkt Raps, Weizen, Mais: Notierungen stabil bis steigend

Auf den internationalen Märkten für Agrargüter bringt der Krieg im Iran neue Dynamik. Vor allem Ölsaaten profitieren, bei Weizen und Mais ist der Preisauftrieb gedämpft.

Der Rapsmarkt zeigt sich zum Wochenauftakt sehr fest. Am Euronext/MATIF notierte der Fronttermin Mai 2026 zuletzt bei etwa 520 Euro pro Tonne (€/t), der August-Termin bei etwa 504 €/t. Damit hat der Markt seine Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen nochmals deutlich beschleunigt. Auch im Monatsvergleich ist erkennbar, dass sich die Notierungen seit dem Tief Ende Februar klar nach oben gearbeitet haben. Aus der vorherigen Stabilisierungsphase ist damit ein spürbarer Aufwärtsimpuls geworden.

Fundamental ist der Rapspreisanstieg derzeit nicht nur mit der reinen Rapsbilanz zu erklären, sondern vor allem mit dem gesamten Pflanzenöl- und Energiesektor. Der jüngste WASDE-Bericht des US-Agrarministeriums (USDA) zeigt zwar für 2025/26 insgesamt eine höhere globale Ölsaatenproduktion als im Vorjahr. Die Weltproduktion aller Ölsaaten wird für 2025/26 auf 695,78 Mio. t geschätzt, nach 684,91 Mio. t in 2024/25. Auch bei Pflanzenölen wird ein Anstieg der Produktion auf 235,10 Mio. t erwartet, nach 229,97 Mio. t im Vorjahr. Gleichzeitig wurden die globalen Sojabohnen-Endbestände auf 125,5 Mio. t angehoben, vor allem wegen der größeren brasilianischen Ernte. Das spricht auf den ersten Blick eher gegen eine klassische Knappheitsrallye. Trotzdem bleibt der Markt fest, weil Raps viel stärker als andere Ackerkulturen an den Pflanzenöl- und Energiemarkt gekoppelt ist. Genau dort hat sich die Lage zuletzt massiv verändert. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten, welche extrem steigende Rohölpreise zur Folge hat, bedeutet massive Versorgungsängste und Risiken rund um die Straße von Hormus. Für Raps ist das besonders relevant, weil teureres Rohöl die Wettbewerbsfähigkeit von Biokraftstoffen verbessert und damit die Nachfrage nach Pflanzenölen stützen kann.

Weizenpreise ziehen an

Der Weizenmarkt zeigt sich zuletzt etwas fester. Am Euronext/MATIF notierte der Fronttermin Mai 2026 zuletzt bei rund 211 €/t. Auch die späteren Termine legten zu: Der September-Kontrakt 2026 erreichte 218,00 €/t, während der Dezember-Termin 2026 bei 223 €/t notierte. Im Monatsverlauf ist damit eine leichte Aufwärtsbewegung erkennbar, nachdem sich die Notierungen zuvor mehrere Wochen in einer relativ engen Handelsspanne bewegten. Fundamental bleibt die globale Weizenversorgung insgesamt ausreichend, auch wenn es zuletzt kleinere Anpassungen in der internationalen Bilanz gab. Der jüngste Preisanstieg am Terminmarkt wird zusätzlich durch die Entwicklung im Energiesektor unterstützt. Höhere Rohölpreise wirken auch beim Weizenmarkt leicht stützend, da steigende Energiepreise häufig zu höheren Transport- und Produktionskosten führen und damit indirekt die Agrarrohstoffpreise unterstützen.

Mais auf stabilen Beinen

Der Maismarkt zeigt sich zuletzt ebenfalls etwas fester. Am Euronext/MATIF notiert der Fronttermin Juni 2026 aktuell bei etwa 209 €/t. Im Monatsverlauf lässt sich eine deutliche Aufwärtsbewegung erkennen, nachdem sich die Notierungen zuvor mehrere Wochen eher seitwärts bewegt hatten, was ebenfalls auf die Erhöhung des Ölpreises zurückzuführen ist. Höhere Rohölpreise können die Nachfrage nach Bioethanol sowie nach Futtermitteln aus Mais indirekt stützen und wirken damit leicht preisunterstützend. Fundamental bleibt der Maismarkt weltweit weiterhin gut versorgt, auch wenn die globale Bilanz leicht enger geworden ist.

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