Weizenernte

Copyright © Foto: agrarfoto.com

Pflanzenbau: Terminmärkte unter Druck

Die Kursgewinne des Frühjahrs wurden weitgehend abgebaut. Raps hält sich dank der aktuellen Ölsituation und knapper Importbilanz noch am stabilsten, während Weizen und Mais klare Korrektursignale zeigen.

Der Matif-Rapsmarkt hat sich nach dem markanten Kursanstieg im Februar und frühen März in eine Phase volatiler Seitwärtsbewegung auf erhöhtem Niveau eingependelt. Zum Handelsschluss am 2. April lag der Vortagesschlusskurs des Mai-26-Kontrakts bei 505,75 Euro pro Tonne (€/t).

Coceral schätzt in seiner Rapsprognose vom März 2026 die EU-27-Rapsproduktion 2026 auf rund 20,1 Mio. t nach rund 20,5 Mio. t im Vorjahr – ein leichter Rückgang auf gesamteuropäischer Ebene. Die EU-27-Rapsanbaufläche bleibt hingegen im Vergleich zum Vorjahr auf einem ähnlich hohen Niveau.

Auf der Nachfrageseite bleibt die Biodiesel-Politik der EU als auch der Ölpreis ein zentraler Preisanker. Die hohen Rohöl- und Dieselpreise infolge des Iran-Konflikts stützen die Wirtschaftlichkeit von Rapsöl als Biodiesel-Rohstoff und halten das Preisniveau strukturell erhöht.

Gleichzeitig wirken die rückläufigen EU-Rapsimporte aus der laufenden Saison preisunterstützend auf die Binnenbilanz. Solange diese Knappheit nicht durch höhere Importe oder eine deutlich bessere Ernte 2026 aufgelöst wird, dürfte das Kursniveau des Frontmonats um die 500 €/t Bestand haben. Die eigentliche Richtungsentscheidung für den Rapsmarkt dürfte erst mit den ersten belastbaren Erntezahlen im Sommer fallen.

Weizen: Klarer Abwärtstrend

Der Matif-Weizenmarkt (Frontmonat Mai 26) hat seit Mitte März eine markante Kehrtwende vollzogen. Nach dem Zwischenhoch rund um den 12./13. März setzten kontinuierliche Kursrückgänge ein. Zum Handelsschluss am 7. April notierten Mai-26-Kontrakte bei 201,25 €/t.

Aufschlussreich bleibt die Terminkurve: Der Markt kalkuliert demnach weiterhin steigende Preise für spätere Termine und reflektiert damit eine Erwartung verknappter Versorgung für künftige Erntejahre, auch wenn der aktuelle Frontmonat unter Druck steht.

Coceral liefert in seiner Getreideernteschätzung vom März 2026 ein gemischtes Bild für die EU-27: Die Weichweizenfläche für 2026 bleibt mit rund 21,4 Mio. Hektar (ha) nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (21,5 Mio. ha). Für Weichweizen werden 2026 rund 128,8 Mio. t erwartet – nach 137,5 Mio. t im Vorjahr, ein Rückgang von fast sieben Prozent.

Die kumulierten EU-Weichweizenexporte belaufen sich auf 17,48 Mio. t – damit liegen sie klar über dem Vorjahreswert von 16,39 Mio. t und nähern sich dem Niveau der Saison 2023/24 (24,55 Mio. t) zumindest an. Auf der Importseite hat sich die Lage dramatisch verändert: Mit nur 2,82 Mio. t bis Woche 39 liegt die ­laufende Saison weit unter 2024/25 (6,41 Mio. t) und 2023/24 (7,21 Mio. t). Weniger Importdruck stützt die Binnenbilanz, dämpft aber gleichzeitig den Preisdruck von innen. Per Saldo bleibt der fundamentale Unterton für Weizen verhalten positiv – die schwächere ­Ernte 2026 wird dem Markt erst im Sommer volle Orientierung geben.

Mais: Preiskorrektur nach starkem Anstieg

Der Matif-Maismarkt (Frontmonat Juni 26) hat nach einem kräftigen Kursanstieg in der ersten Märzhälfte eine deutliche Konsolidierungsphase durchlaufen. Zum Handelsschluss am 7. April notierten die Frontmonatskontrakte Juni 26 bei 206,50 €/t.

Coceral erwartet in seiner März-Prognose für die EU-27 trotz leicht rückläufiger Anbaufläche (rund 8,1 Mio. ha gegenüber 8,4 Mio. ha in 2025) eine leicht höhere Maiserzeugung von rund 60,6 Mio. t (2025: 59,2 Mio. t).

Die EU exportiert strukturell immer weniger Mais, was die verfügbaren Inlandsmengen stützt. Ob das aktuelle Preisniveau nachhaltig ist, wird wesentlich davon abhängen, wie sich die Erntebedingungen in den wichtigen EU-Anbauregionen in Rumänien, Ungarn und Frankreich in den kommenden Monaten entwickeln.

Weitere Artikel