Seit der Gründung des „Agro Innovation Lab“ der RWA rückt man alljährlich mit einer globalen Preisausschreibung Start-ups rund um die agrarische Wertschöpfungskette ins Rampenlicht. Heuer trug die Veranstaltung den Namen „Proteinnovation Discovery“.
Hinter der englischsprachigen Wortkreation steht ein ambitionierter Wunsch: Die Eiweißversorgung am Teller und im Trog in Europa für die Zukunft abzusichern. „In den letzten Jahren hat sich im Bereich Protein einiges entwickelt. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte zu setzen und innovative Lösungen in die Praxis zu bringen“, erklärte RWA-Vorstandsdirektor Christoph Metzker bei der Begrüßung. Die EU will der vielzitierten „Eiweißlücke“ bekanntlich noch heuer mit einer druckfrischen Eiweiß-Strategie politisch begegnen.
Sieg ging nach Dänemark
So lange wollte man in Korneuburg offenbar nicht warten und hat den „Proteininnovation“-Preis ausgeschrieben. Mehr als 100 Einreichungen aus 33 Ländern gingen laut Innovation-Lab-Chef Georg Sladek ein. Zehn Finalisten aus neun Ländern wurden von einer Fachjury letztlich zur Veranstaltung eingeladen, um ihre Entwicklung zu präsentieren.
Von neuartigen Verfahren zur Eiweißextraktion aus Gras über neue Lösungen für die Humanernährung bis zur Soldatenfliegen-Produktion auf Basis von Lebensmittelabfällen reichte die Bandbreite.
Letztlich kürte die internationale Expertenjury mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft bei der Preisverleihung im Landwirtschaftsministerium das dänische Start-up „Decameal“ zum Sieger. Gründer Leander Hessner darf sich nun über ein Preisgeld von 10.000 Euro freuen und nahm wohl so manche Kontaktadresse aus der hiesigen Branche mit nach Hause. Hessner schlägt mit seinem Unternehmen übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe. Er hat ein Mahlverfahren entwickelt, welches aus der gemeinen Strandkrabbe, einer invasiven Art, die weltweit die Ökologie der Meere stört, ein Eiweißkonzentrat gewinnt. Dieses kann potenziell in der Nutz- und Heimtierfütterung Verwendung finden. Auch das Außenskelett der Krabben will Hessner künftig verwenden. Seinen Ausführungen zufolge sei Chitin mittlerweile ein gefragter Rohstoff.
Übergeben wurde der Preis am Stubenring von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der dem Format viel abgewinnen konnte: „Programme wie die Proteinnovation Discovery machen Innovationspotenziale sichtbar und stärken eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.“
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