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Billigware im Visier

Plattformen wie Temu und Shein wachsen rasant und überschwemmen den europäischen Markt mit Millionen Sendungen täglich. Damit bringen sie auch die heimischen Unternehmen unter Druck.

Billigimporte aus Nicht-EU-Ländern fluten seit einigen Jahren den europäischen Markt. „Mit Angeboten wie Kinderschuhen um sechs Euro, einem Ladegerät um vier Euro oder einer Smartwatch um zehn Euro werden Kundinnen und Kunden gezielt angelockt“, informiert Nationalrätin Carina Reiter.

Häufig wird mangelhafte Ware importiert

Im Jahr 2024 gelangten täglich rund zwölf Millionen Pakete aus Nicht-EU-Staaten nach Europa. Insgesamt entspricht das etwa 4,6 Milliarden Sendungen mit geringem Warenwert pro Jahr. Dabei handelt es sich vor allem um Spielzeug, Kleidung und Elektrogeräte. Der Großteil dieser Pakete stammt aus China – nicht zuletzt aufgrund des rasanten Aufstiegs der Online-Plattformen Temu und Shein. Eine Überprüfung der Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass mehr als zwei Drittel der getesteten Produkte nicht den EU-Sicherheitsanforderungen entsprechen. Konkret warnen die Expertinnen und Experten vor giftigen und gefährlichen Erzeugnissen: Dazu zählen etwa Schwermetalle in Schmuck, überhitzende Ladegeräte oder Schadstoffe in Babyprodukten.

Trotz anhaltender Kritik verzeichnen die Plattformen weiterhin enorme Zuwächse. Temu erreichte im ersten Halbjahr 2025 rund 115 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer pro Monat in der EU, während Shein auf etwa 145 Millionen kam. Auch in Österreich zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Die Importe aus China stiegen von 2024 auf 2025 um rund 14 Prozent.

Strenge Einfuhrregeln geplant

Derzeit sind Produkte mit einem Warenwert unter 150 Euro von Einfuhrzöllen befreit – eine Regelung, die insbesondere von Billigplattformen intensiv genutzt wird. Künftig soll diese Zollbefreiung für Kleinsendungen so rasch wie möglich abgeschafft werden. Dabei geht es nicht nur um Sicherheitsfragen und fairen Wettbewerb, sondern auch um die Entlastung der Zollbehörden. Angesichts von täglich Millionen eintreffender Pakete sind umfassende Kontrollen derzeit kaum möglich.

„Wenn wir nicht handeln, riskieren wir, dass unsichere Produkte ungehindert auf unseren Markt gelangen und gleichzeitig unsere heimische Wirtschaft unter Druck gerät“, warnt Umweltsprecherin Carina Reiter.

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