Eichinger und Lederhilger

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OÖ. Raiffeisenverband: Stabil durch herausfordernde Zeiten

Beim Landesgenossenschaftstag präsentierte der Raiffeisenverband Oberösterreich die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaften im abgelaufenen Jahr.

Unter dem Dach des Raiffeisenverbandes gibt es in Oberösterreich mehr als 290 Genossenschaften. Gemeinsam erwirtschafteten diese vergangene Jahr wieder Umsätze in Höhe von 4,8 Milliarden Euro und damit gleich viel wie 2024: „Genossenschaften sind ein wichtiger Nahversorger fürs Land. Sie übernehmen Verantwortung und das besondere dabei: die Mitglieder sind automatisch auch die Miteigentümer. Sie sind regional verankert und bestimmen die Entwicklung vor Ort mit“, betonte Genossenschaftsanwalt Walter Lederhilger, der auch auf die im Vorjahr getätigten Investition in Höhe von circa 170 Millionen Euro verwies. Möglich mache dies - insbesondere in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten - vor allem die „gute Ertragskraft und solide Eigenkapitalausstattung.“

Ob in der Finanzwirtschaft, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion oder Energieversorgung: „Genossenschaften stärken nicht nur den regionalen Wirtschaftskreislauf, sondern tragen auch wesentlich zur Versorgungssicherheit bei. Wir verdanken es den Bäuerinnen und Bauern, dass wir uns in vielen Bereichen selbst versorgen können. Das können wir angesichts des Klimawandels gar nicht hoch genug einschätzen“, betonte Verbandsdirektor Norman Eichinger, der den Geschäftsbericht präsentierte.

Banken

In Oberösterreich ist die Raiffeisenbankengruppe weiter „klarer Marktführer. Die 64 eigenständigen Raiffeisenbanken erzielten ein Wachstum der Ersteinlagen um drei Prozent auf 29 Milliarden Euro sowie bei den Gesamtmittel um sechs Prozent auf 43,8 Milliarden Euro. Die Finanzierungsleistung in Höhe von 23 Milliarden Euro ist gleichgeblieben. Laut Eichinger wird ein „sehr gutes Betriebsergebnis und ein sehr gutes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ erwartet.

Lagerhäuser

„Die neun Lagerhäuser mit ihren mehr als 120 Filialen in Oberösterreich stellen alles bereit, was land- und forstwirtschaftliche Betriebe benötigen. Zudem übernehmen sie darüber hinaus vielfach auch die Lagerung und Vermarktung der Ernten“, so Eichinger, der ein „leicht verbessertes Ergebnis“ präsentieren konnte. So ist der Umsatz im Vorjahr um circa ein Prozent auf 950 Millionen Euro gestiegen. Ergebnisbelastend wirkten hohe Wertberichtigungen der Beteiligungsanteile am krisengeschüttelten BayWa-Konzern: „Es gibt unverändert einige Herausforderungen, die es gemeinsam mit der RWA zu meistern gilt“, betonte Eichinger, der auch auf die regionale Nahversorgung und Dienstleistung in den Bereichen Bau, Energie sowie Haus und Garten verwies.

Molkereien

Bei den Molkereien wurde 2025 mit 1,8 Milliarden Kilogramm Milch um sechs Prozent mehr Menge als im Jahr davor verarbeitet. Zudem ist auch die Betriebsleistung leicht angestiegen, und zwar auf 1,57 Milliarden Euro. Auf Basis solider Ergebnisse und einer guten Eigenkapitalausstattung wurden vergangenes Jahr erneut wesentliche Investitionen in die heimischen Werke getätigt. Besonders erfreulich für die Bäuerinnen und Bauern: „Der Milchauszahlungspreis war so hoch wie noch nie“, betonte Eichinger.

Energie

Vor dem Hintergrund internationaler Unsicherheiten gewinnen regionale Energiequellen weiter stark an Bedeutung. Mittlerweile sind es mehr als 11.000 Oberösterreicher in 137 Genossenschaften, die Strom aus Biomasse, Wasser- und Windkraft sowie Photovoltaik erzeugen beziehungsweise vermarkten. Bei den Energiegenossenschaften sind in den vergangenen drei Jahren mehr als 50 neu hinzugekommen – auch 2025 wurden zahlreiche neu gegründet: „Die Genossenschaft bleibt dabei die optimale Rechtsform, um die Kraft des Miteinanders zu bündeln und gemeinsam zu wirtschaften. Ihre Struktur ermöglicht die flexible Einbindung vieler Mitglieder und schafft gleichzeitig einen stabilen Rahmen für nachhaltige Projekte“, so der Verbandsdirektor.

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