Die Nachfrage nach psychosozialer Beratung in der Landwirtschaft steigt, denn 2025 wurden österreichweit 894 Beratungsfälle durch die Initiative „Lebensqualität Bauernhof" verzeichnet. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Am Bäuerlichen Sorgentelefon fanden seit Projektbeginn über 11.000 Gespräche statt, allein 2025 waren es 515. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger betont den Stellenwert des Angebots: „Landwirtschaft bedeutet Verantwortung – für den Betrieb, für die Familie und oft für mehrere Generationen. Wenn Konflikte, Überlastung oder Sorgen dazukommen, braucht es Unterstützung, die zum Leben am Hof passt."
Die Themen, die Bäuerinnen und Bauern in die Beratung führen, sind seit Jahren ähnlich: Generationenkonflikte, persönliche und partnerschaftliche Probleme sowie Fragen rund um Hofübergabe und Hofübernahme stehen im Mittelpunkt. „Die Zahlen zeigen klar: Das Angebot wird gebraucht", sagt Ines Jernej, Bundeskoordinatorin von „Lebensqualität Bauernhof".
Studie belegt hohe psychische Belastung
Eine vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) beauftragte Studie zu sozialen und psychischen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft untermauert den Handlungsbedarf. Die Mehrheit der Befragten berichtet von mittleren Belastungen, ein Drittel sogar von hohen. Als entlastend werden vor allem die Unterstützung durch Familie und Freunde, naturnahe Arbeit sowie das Sinnerleben in der landwirtschaftlichen Tätigkeit genannt. Viele Befragte wünschen sich zudem bessere Informationen über bestehende Hilfsangebote.
Kampagne „Happy am Hof" bündelt Unterstützung
Um bestehende Angebote besser sichtbar zu machen, haben der Maschinenring, „Lebensqualität Bauernhof" und die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) die gemeinsame Kampagne „Happy am Hof" ins Leben gerufen. Sie weist auf ein breites Spektrum an Unterstützung hin - von arbeitspsychologischer Beratung über wirtschaftliche Betriebshilfe bis zum Bäuerlichen Sorgentelefon. „Gute Information kann ein wichtiger erster Schritt sein", sagt Gabriela Hinterberger vom Maschinenring Österreich.
Podcast „Hoftor Auf" gibt Einblick in persönliche Schicksale
Auch der BauernZeitung-Podcast „Hoftor Auf" greift das Thema psychische Gesundheit auf. Zweimal im Monat kommen dort Bäuerinnen zu Wort, die offen über persönliche Herausforderungen, Schicksalsschläge und psychischen Druck sprechen und damit ein Thema ansprechen, das in der Landwirtschaft noch immer selten öffentlich diskutiert wird. Das Ziel des Formats ist es unter anderem auch, Mut zu machen: Die porträtierten Frauen erzählen nicht nur von schwierigen Zeiten, sondern auch davon, wie sie es geschafft haben, wieder herauszukommen. Ihre Geschichten sollen anderen Bäuerinnen und Bauern zeigen, dass ein Weg aus der Krise möglich ist.
Bäuerliches Sorgentelefon:
Das Bäuerliche Sorgentelefon ist unter 0810 676 810 erreichbar, Montag bis Freitag (außer Feiertage), zum Ortstarif – anonym und niederschwellig. Für mehr Infos hier klicken.
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