Klimatische Entwicklungen, strukturelle Veränderungen und Diskussionen um die zukünftige Finanzierung der Agrarpolitik prägen derzeit die Debatte rund um die Bewirtschaftung der Almen. Vertreter der Landwirtschaft sehen zwar Fortschritte bei einigen Kennzahlen, verweisen aber gleichzeitig auf zusätzlichen Handlungsbedarf, etwa bei Almauftrieb, Behirtung und langfristigen Förderinstrumenten.
Die Entwicklung der Auftriebszahlen gilt es fortzusetzen und weiter zu verbessern.
Josef Moosbrugger
„Nach Jahren mit rückläufigen Entwicklungen haben sich die Auftriebszahlen auf österreichischen Almen zuletzt wieder stabilisiert. Diese Entwicklung gilt es fortzusetzen beziehungsweise weiter zu verbessern, da die Zahl der auftreibenden Betriebe selbst abgenommen hat“, erklärte LK-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger bei der diesjährigen Hauptversammlung der Almwirtschaft Österreich.
Auftriebszahlen zuletzt stabilisiert
Im Sommer 2025 wurden laut den präsentierten Daten rund 260.000 Großvieheinheiten (GVE) auf heimische Almen aufgetrieben. Als Gründe für die Stabilisierung wurden unter anderem Änderungen im Fördersystem genannt. Dazu zählen eine stärkere Gewichtung tierbezogener Zahlungen zu Beginn der aktuellen Förderperiode sowie zusätzliche Ausgleichszahlungen im Zuge des Impulsprogramms. Auch Vereinfachungen bei Einzeltiermeldungen für Schafe und Ziegen sowie mehr Rechtssicherheit bei der Ermittlung der Almfutterflächen wurden hervorgehoben. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig will diesen Weg weiter fortsetzen: „Es ist mein klares Ziel, ein ausreichend dotiertes, zweckgebundenes EU-Agrarbudget sicherzustellen und zentrale Förderinstrumente konsequent weiterzuentwickeln. Denn die Almwirtschaft stärkt den ländlichen Raum und sichert unsere Versorgung.“
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Wüchsigere Witterung
Der Klimawandel verändert die Vegetationsperioden auf den Almen, denn bei ausreichenden Niederschlägen wachsen Pflanzen üppiger, gleichzeitig verschärft sich der Wassermangel. Um die Artenvielfalt zu erhalten und Verbuschung zu verhindern, braucht es mehr Tiere und professionelles Weidemanagement, etwa durch Koppelwirtschaft, betonte Moosbrugger. Hirten seien dabei unverzichtbar.
Almbetriebe leisten zudem wertvolle Beiträge für seltene Pflanzen- und Tierarten, deren Schutz in der künftigen Agrarpolitik berücksichtigt werden sollte. Moosbrugger lobt zudem die gestiegene Bewusstseinsbildung für ein sicheres Miteinander auf den Almen, etwa durch Hinweistafeln und geänderte Tierhalterhaftung und ruft Tourismusorganisationen und Nutzergruppen zu aktiver Mitwirkung auf, insbesondere beim Thema Hundehaltung, die nach wie vor problematisch sei.
Almbewirtschaftung in Zahlen
Österreich zählte 2025 rund 8.000 Almen, mehr als die Hälfte davon Mittelalmen und mehr als 2.000 Hochalmen. Die Almfutterfläche betrug im Vorjahr etwa 322.000 Hektar und ist nach dem Rückgang in den 2000er-Jahren (aus den bekannten Gründen) zuletzt wieder stabil. Selbiges gilt für die aufgetriebenen Großvieheinheiten, welche seit 2020 bei etwa 260.000 GVE liegen. Auf niedrigem Niveau zugelegt hat die Anzahl an aufgetriebenen Pferden und Ziegen. Die Anzahl an gealpten Milch- und Mutterkühen ist mit rund 50.000 beziehungsweise 58.000 Stück nur leicht rückläufig. Die Schafhaltung auf den Almen ist nach der Jahrtausendwende sprunghaft angestiegen. Wohl bedingt durch die Wolfsproblematik nahmen die Stückzahlen nach 2020 wieder etwas ab. Im Vorjahr wurden rund 103.000 Schafe gealpt.
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