Der 4. Tiroler Lebensmittelkongress fand vergangene Woche im Congresspark Igls statt. Unter dem Motto „Gemeinsam Tirols Lebensmittelversorgung gestalten: Zusammenarbeit und Planbarkeit in Zeiten des Wandels“ diskutierten Vertreter aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Politik über die Zukunft der regionalen Lebensmittelversorgung in Tirol. Veranstaltet wurde der Kongress vom Landesgremium Lebensmittelhandel der Wirtschaftskammer Tirol und der Agrarmarketing Tirol in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Tirol.
Planbarkeit und Wertschöpfung
Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler verwies auf die Bedeutung regionaler Lebensmittel für Wertschöpfung und Beschäftigung in Tirol. „Wer zu heimischen Produkten greift, stärkt die Landwirtschaft und sichert Einkommen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Umso wichtiger ist es, diese Strukturen weiter zu stärken und eng mit den anderen Bereichen der Lebensmittelversorgung zu verzahnen“, erklärte Geisler.
LK-Präsident Josef Hechenberger betonte, dass die landwirtschaftlichen Betriebe mit rasch wechselnden Rahmenbedingungen und steigenden Kosten konfrontiert seien. Dafür brauche es Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und „faire, langfristige Partnerschaften für bessere Planbarkeit“. Landwirtschaftliche Betriebe könnten nicht beliebig auf kurzfristige Trends reagieren, weil Investitionen langfristig angelegt seien. Als Beispiel für eine Kooperation zwischen Landwirtschaft und Handel wurde das Almrind-Projekt mit SPAR genannt.
Regionale Lebensmittel im Wandel
WIFO-Ökonom Franz Sinabell befasste sich mit der Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelwirtschaft in einem volatilen Umfeld. Journalistin und Speakerin Sabine Kronberger sprach über den Umgang mit Veränderung und ordnete die aktuelle Entwicklung nicht als Krise, sondern als Transition ein.
Für Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, bleibt Vertrauen ein entscheidender Faktor: „Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigt die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln weiter“, sagte Pöschl. Wer konsequent auf Herkunft, Qualität und Vertrauen setze, treffe das Bedürfnis nach Orientierung und Verlässlichkeit.
Copyright © Die Fotografen
An der Podiumsdiskussion nahmen Patricia Sepetavc (SPAR), Gemüsebauer Romed Giner, Gastronomin Madlen Hackl und Fabian Kolozs (HÖRTNAGL) unter Moderation von Günther Schimatzek Stellung.
Kostendruck in der kleinstrukturierten Landwirtschaft
In der Podiumsdiskussion wurden die Standortbedingungen der Tiroler Landwirtschaft angesprochen. Romed Giner, Betriebsführer und Gemüsebaumeister in Thaur, verwies auf die kleinstrukturierte Produktion in Tirol und unterschiedliche Rahmenbedingungen im europäischen Wettbewerb. Ein gewisser Regionalitätsaufschlag könne steigende Kosten, etwa bei Pflanzenschutz oder Lohnnebenkosten, nicht vollständig ausgleichen. Aus seiner Sicht brauche es Entbürokratisierung und Handelspartner, die regionalen Produkten Platz im Regal geben.
Patricia Sepetavc, Gremialobfrau des Tiroler Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Tirol und Geschäftsführerin von SPAR Tirol und Salzburg, betonte die Bedeutung von Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, was möglich sei, wenn Verantwortung übernommen und konstruktiv zusammengearbeitet werde. Genau daran müsse man anknüpfen und die Zusammenarbeit weiter stärken.
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))