Der Kormoran sorgt seit Jahren für Diskussionen rund um den Bodensee. Nun setzen sich zehn EU-Mitgliedstaaten, darunter Finnland, Schweden, Polen, Tschechien und die Slowakei, für ein wirksameres Management der Wasservögel ein. Vorarlbergs Landesrat Christian Gantner unterstützt diesen Vorstoß und hat sich in einem Schreiben an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig für eine aktive Beteiligung Österreichs ausgesprochen.
„Kormorane kennen keine Ländergrenzen“, betont Gantner. Maßnahmen einzelner Staaten würden daher oft ihre Wirkung verlieren, wenn Nachbarländer keine vergleichbaren Instrumente anwenden. Ein abgestimmtes Vorgehen auf europäischer Ebene sei deshalb unerlässlich. Vorarlberg verfolgt seit Jahren ein fachlich abgestimmtes Kormoranmanagement gemeinsam mit Fischerei, Jagd und Naturschutz. Zwar konnten Brutkolonien begrenzt und lokale Vergrämungserfolge erzielt werden, eine nachhaltige Entlastung der Fischbestände blieb jedoch aus.
Hoher Druck auf Fischbestände
Allein am Bodensee wurden zeitweise mehr als 7.000 Kormorane gezählt. Die von ihnen entnommene Fischmenge übersteigt inzwischen den gesamten fischereilichen Ertrag des Ober- und Untersees um mehr als das Doppelte.
Betroffen sind wirtschaftlich wichtige Fischarten ebenso wie gefährdete heimische Arten. Berufsfischer berichten zudem von erheblichen Schäden an Fischen in den Netzen. Teilweise sind bis zu 64 Prozent der gefangenen Felchen verletzt und nicht mehr vermarktbar. Auch ökologisch besteht Handlungsbedarf: Die intensive Verkotung schädigt Bäume in Schutzgebieten. Gantner spricht sich daher für die Aufnahme des Kormorans in Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie aus. Damit würde die Art künftig zu den jagdbaren Vogelarten zählen und ein wirksameres Management ermöglichen.
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