Der Bundesbäuerinnentag 2026 im Montforthaus Feldkirch bildete den Rahmen, um das von der UNO ausgerufene „Internationale Jahr der Bäuerin“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. An die 800 Bäuerinnen aus allen neun Bundesländern, darunter auch zahlreiche Ehrengäste, versammelten sich, um über ökonomische Sicherheit, soziale Absicherung und die Schlüsselrolle der Frauen für die Ernährungssicherheit zu debattieren.
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Fokus 2030: Ökonomische Sicherheit und Care-Arbeit
Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger berichtete von einer breit angelegten Umfrage unter dem Titel „Was braucht die Bäuerin 2030?“, um die Bedürfnisse der Frauen auf den Höfen punktgenau zu erfassen. „Frauen brauchen wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um auf den Höfen bestehen zu können, damit die Höfe auch weitergehen“, betonte sie. In dem daraus resultierenden Positionspapier wird unter anderem ein niederschwelliger Zugang zu Investitionsförderungen für Diversifizierungsprojekte wie Urlaub am Bauernhof oder Direktvermarktung gefordert.
Ein kritischer Punkt sei weiterhin die unbezahlte Care-Arbeit im ländlichen Raum, die nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet wird. Hier brauche es verstärkt Unterstützung durch Betriebshilfe, um beispielsweise Gesundheitsvorsorge-Maßnahmen überhaupt in Anspruch nehmen zu können.
Politik im Sparmodus: Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hob die hohe Quote von rund 36.000 weiblich geführten Betrieben in Österreich hervor. Er kündigte die Kampagne „Bäuerinnen im Fokus“ an, um die Leistungen sichtbar zu machen und die Rolle der Bäuerinnen weiter zu stärken. Angesichts knapper Budgets und internationaler Krisen gab er zu bedenken, dass Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sicherstellung der Versorgungssicherheit zentrale Elemente der Zukunft sind. „Strategische Autonomie ist ein wichtiges Schlagwort, das wir uns immer wieder in Erinnerung rufen müssen“, so Totschnig.
Moosbrugger: „Keine Multifunktionsroboter“
LK-Präsident Josef Moosbrugger fand dazu deutliche Worte: „Bäuerinnen sind keine Multifunktionsroboter“. Er forderte eine monetäre Abgeltung für Leistungen in der Kindererziehung und Pflege, die bäuerliche Familien der öffentlichen Hand abnehmen. „In der Landwirtschaft brauchen wir mehr Geld statt weniger“, so Moosbruggers klare Ansage in Richtung der laufenden GAP-Verhandlungen.
Globale Perspektive: Österreich als Vorbild
Raschad Al-Khafaji, Direktor des FAO-Verbindungsbüros mit der EU, war als Referent angereist. Er bezeichnete Österreich als weltweiten Impulsgeber für starke bäuerliche Organisationen. Das internationale Jahr soll als Katalysator dienen, um Frauen global den Zugang zu Finanzierung, Innovation und Mitsprache zu erleichtern. „Bäuerinnen stärken bedeutet Landwirtschaft stärken und damit eine gemeinsame Zukunft für diesen Planeten sichern“, unterstrich Al-Khafaji.
Bildung als Schlüssel zur Wertschätzung
Die Landesbäuerin von Vorarlberg, Esther Bitschnau, unterstrich die Bedeutung der gesellschaftlichen Bildung. Projekte wie „Schule am Bauernhof“ seien essenziell, um Konsumenten von morgen den Wert regionaler Lebensmittel zu vermitteln. „Wir müssen schaffen, dass wir uns als wichtiger Teil der Versorgungssicherheit etablieren“, so Bitschnau.
Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger
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Natürlich dürfen Selfies nicht zu kurz kommen.
Bundesbäuerin, Landwirtschaftsminister, Vorarlbergs Landesbäuerin, LK-Präsident und FAO-Brüssel-Direktor waren vor Ort.
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Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner war auch zu Gast.
Die Landesbäuerinnen von Südtirol, Deutschland und der Schweiz waren auch dabei.
Auch an Kulinarik fehlte es nicht.
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