Pünktlich um 13 Uhr waren die Bauern in der Bundeshauptstadt am 1. April nicht mehr zu überhören. Unter lautem Hupen formierte sich am Wiener Stubenring ein Protestzug aus etwa 380 Traktoren. Die Kolonne war – im dichten Stand – gut einen Kilometer lang. Eingeladen hatte der Verein „Bündnis Zukunft Landwirtschaft“. Erklärtes Ziel: überparteilich auf die Probleme der österreichischen Landwirtschaft aufmerksam machen. Bewusst habe man die Kernforderungen breit gehalten, damit sich möglichst viele Bäuerinnen und Bauern darin wiederfänden, hieß es vom Vereinsvorstand.
Bauern glänzen durch Geschlossenheit
Das ist allemal gelungen. Vertreter aus dem gesamten politischen Spektrum der Bauernschaft fanden sich am Ring ein. So auch der Bauernbund. Präsident Georg Strasser zeigte sich über die „Geschlossenheit“ erfreut: „Diese Kraft nehmen wir mit in die nächsten Wochen und Monate, für die weitere Arbeit im Bauernbund und für unsere heimische Landwirtschaft.“ Auch die Österreichischen Jungbauern unterstützten die Aktion. Bauernbund-Jugendsprecherin Viktoria Hutter erklärte auf Nachfrage, warum: „Es geht darum, die Sorgen, Wünsche und Forderungen der bäuerlichen Familienbetriebe ernst zu nehmen und ihnen auch weiterhin mit voller Überzeugung eine starke Stimme zu geben.“
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Es geht darum, die Sorgen, Wünsche und Forderungen der bäuerlichen Familienbetriebe ernst zu nehmen.
Viktoria Hutter
Bauernbund-Jugendsprecherin
„Bündnis Zukunft Landwirtschaft“-Obmann Ernst Tschida sah in seiner Rede in mehreren Bereichen Handlungsbedarf:
Herkunftskennzeichnung: Am Podium wandte sich Tschida etwa direkt an Sozialministerin Korinna Schumann: "Liegt es nicht in Ihrem Interesse, höchste Lebensmittelqualität für Konsumenten sicherzustellen?“, fragte er und untermauerte nachfolgend den Ruf nach einer lückenlosen Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln.
Freihandel: Hier stieß dem Obmann, selbst Landwirt und Kammerrat der LK Burgenland, das Thema Mercosur sauer auf. „Wo ist das Gegenangebot für uns Bauern?“, richtete er Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer aus. Man scheue den Wettbewerb nicht, ergänzte er, „aber nur, wenn auch für alle die gleichen Standards gelten“.
Zukunftsperspektiven für die junge Landwirtschaft: Diesbezüglich rückte Tschida auch immer wieder die Jugend und ihre Aussichten als angehende Landwirte in den Mittelpunkt. Beim Thema Bürokratie bestünde ebenso entsprechend Handlungsbedarf. Hier nahm der Vereinschef das Landwirtschaftsministerium in die Pflicht.
Totschnig mit von der Partie
Nachdem die Demonstrierenden PS-Stark über den Ring bis vor das Parlament gezogen waren, ergriff Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der sich unter die Menge gemischt hatte und den Austausch mit der vom Veranstalter vielzitierten „Basis“ suchte, das Wort: „Das geschlossene Auftreten unserer Bäuerinnen und Bauern ist enorm wichtig. Diese Einigkeit ist ein starkes Signal, sowohl in Richtung Brüssel als auch innerhalb Österreichs.“
Der heutige Rückenwind ist ein klares Signal, gerade mit Blick auf die Budgetverhandlungen.
Norbert Totschnig
Landwirtschaftsminister
Faire Rahmenbedingungen seien für die vielen Leistungen der heimischen Landwirtschaft unabdingbar. „Dafür setze ich mich mit aller Kraft ein. Klar ist: Es braucht jetzt spürbare Entlastungen und mehr Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten.“ In Richtung Agrardiesel meinte er: „Der heutige Rückenwind ist ein klares Signal, gerade mit Blick auf die Budgetverhandlungen.“ Bauernbund-Präsident Georg Strasser resümierte im Nachgang: „Dass Bundesminister Norbert Totschnig vor Ort war, zugehört hat und den Bäuerinnen und Bauern Rede und Antwort gestanden ist, war ein wichtiges Zeichen.“
Angekommen sind die Botschaften zumindest bei der Wiener Bevölkerung. Trotz Staus und blockiertem öffentlichen Verkehr waren entlang des Rings durchwegs nur Solidaritätsbekundungen nach dem Motto „Recht haben sie“ zu vernehmen.
Die besten Schnappschüsse von der Demo
Die Kolonne erstreckte sich über gut einen Kilometer.
Minister Totschnig suchte den Austausch mit den Anwesenden.
Vereinsobmann Tschida nahm sich kein Blatt vor den Mund.
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Die Protestfahrt über den Ring verlief ohne Zwischenfälle.
Unter lautem Hupen bezog man vor dem Parlament Aufstellung.
Selbst mit schwerem Gerät rückten die Bauern an.
Mit Schildern wollte man Wiens Verbraucher "wachrütteln".
Mercosur wurde von Anwesenden oftmals als gewichtiger Auslöser genannt.
Auch der Ruf nach einer durchgehenden Herkunftskennzeichnung wurde erneuert.
Vor dem Parlament drängten sich Bauern und Schaulustige.
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BB-Jugendsprecherin Hutter gab schon vorab Forderungen der jungen Generation bekannt.
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