Bundesminister Totschnig und Bauernbund-Jugendsprecherin Hutter

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Jungbauern stellen Forderungen

Mit einem Forderungspapier machen die Österreichischen Jungbauern auf den Ernst der Lage aufmerksam. Die Kernthemen wurden mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig diskutiert.

Diskussionen um die budgetäre Ausstattung der künftigen GAP, schwächelnde Erzeuger- und explodierende Betriebsmittelpreise. Das gegenwärtige Wirtschaftsumfeld macht Hofübernehmern die Entscheidung über die Zukunft des eigenen Hofs nicht leicht. Ob der Fülle an Herausforderungen legten die Österreichischen Jungbauern vergangene Woche ein Forderungspapier zur Stärkung der nächsten Generation in der Landwirtschaft vor. Bereits am Freitag fand die Übergabe an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig statt, umfassende Gespräche zu den Themen inklusive.

Die Jungbäuerinnen und -bauern waren durch Bauernbund-Jugendsprecherin Viktoria Hutter vertreten. Sie betonte: „Junge Bäuerinnen und Bauern wollen nicht verwalten, sondern aktiv gestalten. Wer von Versorgungssicherheit, regionaler Produktion und einer starken Landwirtschaft spricht, muss auch dafür sorgen, dass die nächste Generation faire Chancen bekommt.“

Budget und Wettbewerb

Im Forderungspapier gehen die Jungbauern auf die politischen Rahmenbedingungen ein. Es bedarf auch in Zukunft eines starken, inflationsangepassten Agrarbudgets, die bewährte Zwei-Säulen-Struktur der GAP gelte es ebenfalls zu bewahren. Für die Übernehmer müssten mehr zweckgebundene Mittel aus dem Agrartopf zur Verfügung stehen. Konkret soll ihr Anteil von 3 auf 6 Prozent steigen. Damit gehe auch eine „starke Niederlassungsprämie und bessere Investitionsbedingungen für Junglandwirte“ einher, wird argumentiert. Auch die Aus- und Weiterbildung müsse gestärkt werden.

Bei der allerorts beliebten Digitalisierung plädieren sie für einen vermehrten Fokus auf Erleichterungen im Arbeitsalltag und Bürokratieabbau. „Wenn Europa den Generationenwechsel in der Landwirtschaft wirklich ernst meint, dann muss das auch rechtlich verbindlich und finanziell spürbar werden. Junglandwirte dürfen nicht nur erwähnt werden, sie müssen endlich stärker abgesichert werden“, so Hutter.

Die Jungbauern fordern des Weiteren gleiche Standards für Importe und eine Stärkung der Bauern entlang der Lebensmittelkette, damit „faire Erzeugerpreise und gerechte Wertschöpfung“ überhaupt möglich seien.

Unsere Jungbauern benötigen Perspektiven und Planbarkeit.

Norbert Totschnig

Vom Minister erntete Hutter vor allem Zustimmung: „Unsere Jungbauern benötigen Perspektiven, Stabilität und Planbarkeit. Genau dafür bieten wir maßgeschneiderte Bildungs- und Beratungsangebote, faire Leistungsabgeltungen und Unterstützung für notwendige Investitionen.“ Zugleich machte Totschnig auf seine Anstrengungen in Brüssel aufmerksam. Er kämpfe auf EU-Ebene „für ein stabiles, ausreichend dotiertes Agrarbudget“. „Kürzungen sind für mich nicht akzeptabel“, sagte er. Viktoria Hutter meinte anerkennend: „Wir sind froh, mit Bundesminister Totschnig einen ausgewiesenen Fachexperten an der Spitze des Landwirtschaftsministeriums zu haben.“ Dieser unterstrich: „Entscheidend ist, dass wir als Landwirtschaft geschlossen auftreten und unsere Kräfte in die gleiche Richtung lenken.“

Demo in Wien

Das dürfte wohl auch ein Anliegen der heute, Mittwoch, in Wien stattfindenden Demonstration des Vereins „Bündnis Zukunft Landwirtschaft“ sein. Die Initiatoren, drei Bauern aus dem Burgenland, erwarten etwa 200 Traktoren, luden aber auch Verbraucher zur Teilnahme ein. Vertreter mehrerer Couleur zeigten sich solidarisch. So auch der Bauernbund. Dessen Präsident Georg Strasser teilte mit: „Entscheidend ist jetzt der Schulterschluss, damit wir rascher Ergebnisse für unsere Bäuerinnen und Bauern und für die Bevölkerung erzielen.“ Näheres war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

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