Apfelblütenstecher

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Der Apfelblütenstecher: Wenn die Blüten nicht aufgehen

Warme Temperaturen fördern die Aktivität des Apfelblütenstechers. Damit die Schäden gering bleiben, sollten Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen rechtzeitig durchgeführt werden.

Bereits Ende Februar wurden die ersten Apfelblütenstecher in einzelnen Obstanlagen gefunden. Durch die warmen Temperaturen Ende Februar und Anfang März konnten sich die Schädlinge deutlich früher verbreiten und mit der Eiablage beginnen. Um größere Schäden an den Apfelknospen zu vermeiden, sollte der Befall regelmäßig mittels Klopfprobe kontrolliert werden. Wird die Schadschwelle (10 Käfer bei 100 Schlägen) überschritten, ist eine Bekämpfungsmaßnahme notwendig.

 Die Befallsstärke durch den Apfelblütenstecher ist erfahrungsgemäß stark standortabhängig. Sie wird von Lage, Witterungsverlauf und insbesondere vom Vorjahresbefall beeinflusst. In den vergangenen Jahren wurde insgesamt eine Zunahme des Befalls beobachtet. Vor allem dort, wo über mehrere Jahre keine gezielten Bekämpfungsmaßnahmen erfolgt sind, kann sich die Käferpopulation rasch entwickeln und erhebliche Schäden bis hin zu Totalausfällen verursachen.

Den größten Schaden richten die Larven an. Pro Blüte entwickelt sich eine Larve, die den Blütenboden ausfrisst. Dadurch öffnen sich die Blütenblätter nicht und vertrocknen. Die erwachsenen Käfer sind etwa 6 mm groß und an der charakteristischen V-Zeichnung am Rücken zu erkennen. Sie überwintern außerhalb der Obstgärten, bevorzugt in Waldstücken. Deshalb sind Obstgärten in Waldnähe deutlich stärker gefährdet, dass der Apfelblütenstecher einwandert.

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An sonnigen Märztagen fliegt er zu den Apfelbäumen und führt dort zunächst einen Reifungsfraß durch. Dazu werden die schwellenden Knospen angebohrt und der aus der Wunde fließende Saft wird aufgenommen. Nach erfolgter Paarung frisst das Weibchen die noch fest geschlossenen Blütenknospen an und legt ein Ei hinein. Wenige Tage später schlüpft eine Larve und ernährt sich von den inneren Blütenorganen und den Innenseiten der Kronenblätter, sodass sich die Blüte nicht mehr öffnen kann.

Apfelblütenstecher auch im Hausgarten bekämpfen

Die Klopfprobe ist die wichtigste Methode zur Überwachung des Apfelblütenstechers und lässt sich auch im Hausgarten gut anwenden. Gartenbesitzer sollten zudem befallene Blüten entfernen, sofern sich darin noch eine Larve befindet. Um Käfer abzusammeln, sollten bei warmen Temperaturen wiederholt Klopfproben mit einem Trichter durchgeführt werden. Wird die Schadschwelle überschritten, stehen auch für den Hausgarten zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.

Mit Klopfprobe den Befall bestimmenWas Obstproduzenten bei einem Befall beachten müssen, hat die LK Steiermark in einem neuen Erklärvideo zusammengefasst.
Übersichtskarte ObstwarndienstWie weit sich der Apfelblütenstecher bereits verbreitet hat, lässt sich anhand der Übersichtskarte des Obstwarndienstes nachvollziehen.

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