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Maisanbau 2026: Alles entscheidende Tage

Welchen Ertrag Silo- oder Körnermais bringt, entscheidet sich Früh. Diese Stellschrauben sind in den ersten Entwicklungsstadien unbedingt zu beachten.

Die Maispflanze kann über die verschiedenen Ertragskomponenten wie Pflanzenanzahl, Kolben je Pflanze, Kornanzahl pro Kolben und TKG unterschiedliche Umweltbedingungen ausgleichen. Fast alle dieser Faktoren lassen sich durch Entscheidungen und Bestandesführungsmaßnahmen wesentlich beeinflussen.

Mit der Festlegung der Anzahl der Kornreihen je Kolben etwa im 6-Blattstadium und der Anzahl der Körner pro Reihe circa im 8- bis 10-Blattstadium erfolgt die Festlegung des Maximalertrags zu einem sehr frühen Zeitraum der Vegetation. Hier muss ein optimales, konkurrenzloses Wachstum der jungen Maispflanzen gewährleistet werden, um Höchsterträge zu erreichen.

Anbauzeitpunkt richtig wählen

In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Wärmesummen gegenüber den vorhergehenden 30 Jahren deutlich erhöht. Eine Auswirkung davon ist, dass der Maisanbau immer früher erfolgt – mit Vor- und Nachteilen. Mais benötigt aufgrund seiner Biologie für die Keimung eine Bodentemperatur von mindestens neun bis zehn Grad Celsius (°C) in fünf Zentimeter Bodentiefe und eine Wärmesumme von 100 bis 115 °C vom Anbau bis zum Aufgang. Darunter gibt es kein Wachstum. Der optimale Anbauzeitpunkt kann Anfang oder auch Ende April sein, Kälteperioden nach der Saat sind unbedingt zu vermeiden. Niemals sollte in eine Schlechtwetterperiode hineingesät werden.

Jeder Tag, den der Mais länger braucht, um die Bodenoberfläche zu durchbrechen, verschlechtert die Auflaufrate (gerade bei hohem Schädlingsdruck). Bei früher Saat oder schweren Böden sollten die Körner in einer geringeren Tiefe auf die wasserführende Schicht abgelegt werden, um die Keimung und das Auflaufen zu fördern. Ein optimaler Beizschutz bringt besonders hier eine Verbesserung, da während der Zeit der Keimung die Pilzinfektionen hintangehalten werden. Je länger der Mais zum Auflaufen benötigt, desto wichtiger wird die Beize.

Sorgfalt in der Saatreihe

Egal ob nach Pflugfurche oder in Mulch- bzw. Direktsaat: Empfohlen wird auf jeden Fall eine tiefe Lockerung im Sommer oder Herbst des Vorjahres und die Saat in ein gut abgesetztes und gut strukturiertes Saatbett mit ausreichend Feinerde, um eine gute Durchlüftung und damit schnelle Erwärmung zu gewährleisten.

Gerade bei Mulchsaat mit Mulchauflage und etwas langsamerer Bodenerwärmung muss sichergestellt werden, dass die Saatfurche optimal für die Einbettung des Korns vorbereitet und danach wieder verschlossen wird. Dadurch wird ein zügiger, gleichmäßiger Aufgang gewährleistet. Bei der Saat nach Pflugfurche erfüllen die Klutenräumer den Zweck, gröbere Schollen bzw. Steine aus der Reihe zu räumen und damit eine gleichmäßige Tiefenablage sicherzustellen. Bei der Mulchsaat kommt die wichtige Funktion, Pflanzenreste aus der Reihe zu räumen, hinzu, was einerseits natürlich wichtig ist, um eine ungestörte Arbeit der Säkörper zu ermöglichen, anderseits ist es wichtig, keine Pflanzenreste in die Saatfurche zu drücken, die die Keimung verzögern können. Optimal für den Feldaufgang wäre eine Kombination aus vorlaufenden Schneidscheiben mit Sternradräumern und folgendem Doppelscheibenschar.

In Situationen mit suboptimalen (zu trockenen) Bedingungen können diese auch genutzt werden, trockene Erde aus der Saatfurche zu räumen, um bei Beibehaltung der Saattiefe von circa drei bis vier Zentimetern in einer leichten Rille auf den wasserführenden Boden abzulegen. Eine zu tiefe Ablage auf sechs bis sieben Zentimeter führt hingegen meist zu verzögerten Aufgängen mit schlechten Feldaufgangsraten und geschwächten Keimpflanzen.

Zwischen den Reihen spricht übrigens nichts gegen ein gröberes Saatbett oder eine Mulchauflage. Im Gegenteil: Solche Bedingungen schützen vor Erosion und Verschlämmung. Das Wachstum der Maispflanzen korreliert eng mit den Bodennährstoff- und Bodenwassergehalten, weshalb von der Saatbau Linz zu allen Sorten Saatstärkeempfehlungen je nach Region, Bodenbeschaffenheit und Wasserversorgung abgegeben werden.

Saatstärke anpassen

Die optimale Bestandesdichte ist von den Bodeneigenschaften, der Sorte und dem Sortentyp abhängig, da großrahmige Pflanzen sich eher gegenseitig im Wachstum behindern als kleinrahmige. Zweitere können aber bei sortenspezifisch zu geringer Bestandesdichte ihr Ertragsoptimum nicht ausnützen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass empfohlene Aussaatstärken angegeben werden und nicht empfohlene Bestandesdichten. Diese sind unter Berücksichtigung der Keimfähigkeit, den Bedingungen des Feldaufgangs, dem Schädlingsdruck und noch im Laufe der Vegetation erfolgenden Pflanzenverlusten immer höher als die angestrebte Bestandesdichte.

Die Bodenbeschaffenheit eines Feldes ist selten homogen, bessere Wasserversorgung auf Teilen des Feldes kann höhere Saatstärken je nach gewählter Sorte in deutliche Mehrerträge umsetzen. Niedrigere Saatstärken auf sehr trockenen Teilen des Feldes verbessern die Stresstoleranz und Trockenheitsverträglichkeit des Maisbestandes. Auf sehr inhomogenen Standorten wird die Saatstärke so gewählt, wie es dem Optimum des größten Teils der Fläche entspricht, bewusst in Kauf nehmend, dass auf sehr guten Bodenstellen etwas zu wenig Saatgut, auf schlechten Bodenstellen zu viel Saatgut ausgebracht wird. Ausgleichen lässt sich dieser Effekt durch Nutzung von teilflächenspezifischer Aussaat.

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Düngen aufs Optimum?

Der Nährstoffbedarf des Bestandes richtet sich naturgemäß nach der Ertragserwartung (siehe Tabelle). Wesentlich ist es auch, bei hohen Düngerpreisen die Nährstoffversorgung der Pflanze zu optimieren. Der Gesamt-N-Bedarf bei Körnermais liegt bei circa 21 Kilogramm N/Tonne Trockenmais Gesamtaufnahme inklusive Stroh. Das würde bei 12 Tonnen Trockenmais einen Gesamtbedarf von circa 250 Kilogramm bedeuten. Dieser Bedarf muss in Summe aus dem im Boden vorliegenden Stickstoff (Nmin), Nachlieferung aus dem Boden (Nmob) und Zufuhr über Mineraldünger oder organischer Düngung gedeckt werden. Nmin und Nmob sind von dem Gesamtbedarf in Abzug zu bringen. Einsparungspotenzial kann die exakte Ermittlung der Nmin-Werte bringen, diese können je nach Vorfrucht und Region stark schwanken. Bei den derzeit steigenden Düngerpreisen stellt sich natürlich die Frage der optimalen N-Gaben. Bei Betrieben, die Dünger zu günstigen Konditionen eingekauft oder Wirtschaftsdünger zur Verfügung haben, verschiebt sich das wirtschaftliche Optimum etwas nach oben (natürlich im Rahmen der zulässigen Grenzen). Wirtschaftsdüngerbetriebe müssen bei diesen Düngepreisen mehr denn je Ausbringungsverluste vermindern, um Maximalerträge aus den eigenen Nährstoffen zu erreichen und den Düngerzukauf zu minimieren. Aber auch Betriebe, die Dünger aktuell teurer einkaufen müssen, dürfen keine Ertragsverluste riskieren. Somit wird sich das Optimum nur minimal – je nach erwartbarem Maispreis – nach unten bewegen.

Ein Ansatz zur Optimierung der Kosten ist auch die Schwefelversorgung, circa 15 Prozent der N-Menge (etwa 30 bis 40 kg/ha) sollte die Pflanze auch Schwefel aufnehmen können, um den Stickstoff optimal zu verwerten. Bei Betrieben mit Wirtschaftsdünger ist mit keinem S-Mangel zu rechnen, da diese relativ viel Schwefel enthalten.

Je nach Versorgungsstufe des Bodens und Wirtschaftsdüngermenge, kann bei Phosphor und Kali noch am ehesten Einsparungspotenzial liegen. In diesem Zusammenhang ist aber unbedingt zu beachten, dass die Phosphoraufnahme für die junge Pflanze insbesondere unter kühlen Bedingungen sehr eingeschränkt ist. Phosphor ist im Boden nur wenig beweglich und die Aufnahme sehr stark temperatur- und pH-Wert-abhängig. Gerade auf schwereren, kalten Böden sollten Betriebe, die gute Erfahrungen mit P-betonter Unterfußdüngung gemacht haben, diese auch bei den derzeitigen Düngerpreisen beibehalten. Von Reduktionen unter 50 Kilogramm P2O5 pro Hektar ist abzusehen. In der Jugend muss Mais optimal mit Phosphor versorgt sein, um Maximalerträge anlegen zu können. Gespart werden kann bei der Flächendüngung, nicht bei der Unterfußdüngung.

Unkraut rasch regulieren

Ziel aller Maßnahmen im Bereich der Unkrautbekämpfung (egal ob chemisch und/oder mechanisch) ist es, dem Mais in der Jugend ein konkurrenzloses Wachstum zu ermöglichen. Nur unter diesen Bedingungen erfolgt die Anlage der Ertragskomponenten ohne zusätzlichen Stress. In der sensiblen Phase bis zum 10-Blattstadium sollte das Unkraut nie zu einer Konkurrenz werden und spätestens im 6- bis 7-Blattstadium sollte die Unkrautbekämpfung abgeschlossen sein.

Maisanbau 2026 – Entscheidende Maßnahmen

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