Es war im Juli 2000 als zwischen der EU und Mexiko ein Freihandelsabkommen für Waren und gut zehn Jahre später für Dienstleistungen in Kraft trat. Vergangene Woche reiste EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Mexiko-Stadt um gemeinsam mit Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum die Vereinbarung zur Modernisierung und Erweiterung des Handelspaktes zu besiegeln.
Netto-Importeur bei Lebensmitteln
Mit den neuen Handelsregeln werden nach Angaben der EU Handel und Investitionen zwischen den EU-Staaten und Mexiko erleichtert. Neue Absatzchancen dürften sich damit auch europäische Lebensmittelexporteure erhoffen, schließlich ist Mexiko ein Netto-Importeur von Nahrungsmitteln.
Bisher ein Prozent des Agrarexports
Nach Angaben der EU-Kommission war Mexiko mit einem Exportwert von zuletzt rund 2,7 Mrd. Euro das Bestimmungsland für ungefähr 1 Prozent der gesamten europäischen Nahrungsmittel- und Getränkeausfuhren. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten laut Pressedienst Agra-Europe Milchprodukte mit einem Volumen von 175 Mio. Euro, Gemüse mit 253 Mio. Euro und Weinprodukte für 211 Mio. Euro.
Das Volumen der EU-Ausfuhren dürfte nun weiter zunehmen, da Mexiko durch das Abkommen in den nächsten sieben bis zehn Jahren schrittweise seine bislang hohen Zölle bei zahlreichen Produkten senken wird. In der Vereinbarung finden sich auch diverse (teils kontingentierte)Agrargüter:
Bei Geflügel fallen die Zölle von bisher bis zu 100 Prozent auf null.
Bei Schweinefleisch wird der Zollsatz von 45 Prozent ebenfalls aufgehoben. Für Filet gilt für bis zu 10.000 Tonnen Zollfreiheit.
Blauschimmelkäse war bisher ebenfalls mit 45 Prozent verzollt, auch diese Hürde fällt. Anderer Käse wird bis zu einer Menge von 20.000 Tonnen in Zukunft zollfrei exportiert.
Auf Schokolade fallen derzeit Aufschläge von bis zu 20 Prozent an. Auch diese laufen aus.
EU-Standards für mexikanische Einfuhren
Das Abkommen enthält Kommissionsangaben zufolge zudem verbindliche Vorgaben für Arbeitsrecht, Umweltschutz, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit. Zudem werde garantiert, dass sämtliche EU-Standards bei mexikanischen Lebensmitteleinfuhren eingehalten würden, teilt man mit.
Neue Rohstoffquelle?
Weiter liberalisiert werden zudem unter anderem Handel und Investitionen in den Bereichen grüne Technologien, kritische Rohstoffe und digitale Dienstleistungen. Mit der Unterzeichnung setze die EU-Kommission ihr zuletzt hohes Tempo beim Abschluss von Handelsabkommen fort, resümiert man in informierten Kreisen. In den vergangenen Monaten schloss man bekanntlich die teils scharf kritisierten Abkommen mit dem Mercosur-Staatenbund, mit Indien und Australien.
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