Ab September könnte Brasilien der Fleischexport in die Europäische Union versagt werden. Grund ist der Einsatz von in der EU verbotenen Antibiotika in der Tiermast. Betroffen sind neben Rind- und Geflügelfleisch auch Eier, Honig und Pferdefleisch. Für Brasilien wäre das ein schwerer wirtschaftlicher Rückschlag, zählt die EU doch neben China und den USA zu den wichtigsten Absatzmärkten des Landes.
Konkret geht es um Antibiotika wie Virginiamycin, Bacitracin oder Tylosin, die in Europa seit Jahren verboten sind. In Brasilien werden sie weiterhin als Wachstumsförderer eingesetzt. Experten warnen seit Langem vor zunehmenden Resistenzen und potenziellen gesundheitlichen Risiken. Brasilien müsste nun entweder sämtliche Stoffe verbieten oder lückenlos nachweisen, dass das Fleisch exportierter tierischer Erzeugnisse nie damit behandelt wurde. Ein entsprechendes Kontrollsystem fehlt bislang.
Mercosur-Abkommen gerät unter Druck
Besonders heikel ist der Zeitpunkt der Entscheidung: Erst zu Monatsbeginn war das umstrittene Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft getreten. Während Argentinien, Uruguay und Paraguay weiterhin liefern dürfen, stellt Brüssel Brasilien nun die Rute ins Fenster.
Der EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber begrüßt den Schritt. „Wenn in der Produktion Antibiotika verwendet werden, die in Europa nicht zugelassen sind, müssen wir genau prüfen“, betont er. Europas Bauern arbeiten nach hohen Standards, dieselben Regeln müssten daher auch für Importe gelten, betont er. „Es kann nicht sein, dass europäische Bauern strengste Auflagen erfüllen müssen, während Produkte mit niedrigeren Standards importiert werden“, so die Überzeugung des Abgeordneten aus Niederösterreich.
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