Fleckvieh: Die Kuh mit dem Extra-Plus

Heimische Genetik der Doppelnutzungsrasse Fleckvieh ist international gefragt. Hier ein Überblick über die jüngsten Leistungen der Züchter, welche im Frühjahr auf der Bundesfleckviehschau eine Bühne erhielten.

„Hollywood“ aus dem Betrieb von Markus Gramshammer (Vomp in Tirol) zeigt die Stärken der heimischen Fleckvieh-Genetik.

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Die österreichische Fleckviehzucht gilt international als Erfolgsmodell. Denn Fleckvieh verbindet Leistungsfähigkeit bei Milch und Fleisch mit Robustheit, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit. Fleckviehkühe können Milch auf hohem Niveau produzieren und bringen gleichzeitig Kälber mit bestem Mastpotenzial. Damit wird aus der Milcherzeugung auch hochwertiges Rindfleisch in Qualität und Menge gewonnen. Genau dieses „Extra-Plus“ und die damit verbundene Variabilität machen Fleckvieh für bäuerliche Familienbetriebe so wertvoll.

Die aktuellen Zahlen zeigen die starke Entwicklung der Rasse. Im Jahr 2025 erreichte Fleckvieh in Österreich eine durchschnittliche Lebensleistung von 34.188 Kilogramm (kg) Milch und belegte damit erstmals auch in dieser Königsdisziplin der Rinderzucht den Spitzenplatz aller Rassen. In den letzten 20 Jahren ist die durchschnittliche Lebensleistung der abgegangenen Kühe beim Fleckvieh um mehr als 11.000 kg gestiegen, mehr als bei allen anderen Rassen. Auch bei der Milchqualität und den Inhaltsstoffen überzeugt Fleckvieh. Gleichzeitig bleibt die Fleischleistung der männlichen Nachkommen stabil, mit hohen täglichen Zunahmen und sehr guten Schlachtkörperqualitäten.

Fitness im Fokus

Neben der Fähigkeit zur Doppelnutzung ist die Fitness eine der großen Stärken von Fleckvieh. Besonders beeindruckend ist die Langlebigkeit: Fleckviehkühe erreichten 2025 durchschnittlich 4,18 Abkalbungen je Kuhleben. Das ist ein zentraler wirtschaftlicher Vorteil, denn langlebige Kühe senken die Remontierungskosten, ermöglichen Zusatzeinkommen durch den Verkauf von Zuchtrindern und bringen damit mehr Stabilität in den Betrieb. Die Rasse steht für Fruchtbarkeit, Eutergesundheit, Stoffwechselstabilität und Resilienz gegenüber Störeinflüssen. Genau diese Eigenschaften suchen Rinderhalter weltweit: langlebige, fruchtbare und problemlose Kühe, die in unterschiedlichen Haltungs- und Fütterungssystemen zuverlässig funktionieren und so den Betreuungsaufwand überschaubar halten.

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Den Titel Champion Dauerleistungskühe erhielt Paula (V: Hugoboss) aus der Herde von Andreas Übetsroider (VFS) im salzburgischen Nussdorf.

International gefragt

Fleckviehgenetik „Made in Austria“ wird heute in Form von Zuchtrindern, Samen und Em-bryonen erfolgreich in zahlreiche Länder exportiert – allein Samen österreichischer Fleckviehstiere finden aktuell bereits Absatz in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten. Die enorme internationale Nachfrage und das große Interesse an Fleckvieh aus Österreich wurden auch im Rahmen der letzten Bundesfleckviehschau in Niederösterreich sichtbar. Interessenten und Fachbesucher aus insgesamt 22 Nationen nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Leistungsfähigkeit, Funktionalität und Qualität dieses österreichischen Exportschlagers zu machen.

Genau diese internationale Begeisterung bildete den eindrucksvollen Rahmen für die Bundesfleckviehschau. Diese setzte neue Maßstäbe – sowohl in der Qualität der ausgestellten Tiere als auch in der Professionalität der Präsentation bäuerlicher Leistung. Mehrere tausend Besucher verfolgten an den beiden Tagen vor Ort in der Berglandhalle das absolute Züchter-Highlight des Jahres. Großen Zuspruch und bestes Feedback erntete auch der Livestream der Schau, der live kommentiert wurde und an beiden Schautagen ebenfalls tausende Interessierte vieler Ländern vor den Bildschirmen am Zuchtfortschritt des österreichischen Fleckviehs teilhaben ließ.

Am Samstagabend stand eine abwechslungsreiche Veranstaltung am Programm. Präsentiert wurden drei Nachzuchtgruppen, ein elitärer Jungzüchterwettbewerb sowie das Finale des FleckScore-Weltcups. Den krönenden Abschluss bildete eine hochkarätig besetzte Eliteversteigerung. Am Sonntag standen dann die besten und schönsten Fleckviehkühe aus allen Teilen Österreichs im Mittelpunkt des Interesses. Besonders hervorzuheben ist die beeindruckende Breite an Ausstellungsbetrieben: Die insgesamt 174 ausgestellten Tiere stammten aus 131 verschiedenen österreichischen Zuchtbetrieben. Auch die genetische Vielfalt unterstreicht die Stärke der österreichischen Fleckviehzucht. Die ausgestellten Tiere gingen auf 99 verschiedene Väter zurück.

Erfolge in allen Altersklassen

Die Abteilung der Jungkühe wurde dem Preisrichter im März in sechs Gruppen vorgestellt. Restlos begeistert war Richter Nikolas Sauter von den zwölf Kühen, die im finalen Ring der Jungkühe standen: „Fundament, Euter und Becken überzeugen bei allen Finalistinnen.“ Zur engeren Wahl ließ er sechs Kühe im Ring, aus denen er schließlich die sehr jugendlich wirkende Shirley Pp* (V: Mahomes PS) von Züchter Alexander Hörmandinger zum Champion kürte.

Die mittleren Kuhklassen umfassten insgesamt zehn Gruppen, gegliedert in fünf Gruppen mit Zweitkalbskühen, drei Gruppen mit Drittkalbskühen und zwei Gruppen mit Kühen mit vier Abkalbungen. Beim Anblick der 20 Kühe, die sich im Finale der mittleren Kühe im Ring befanden, zeigte sich Preisrichter Sauter ebenso begeistert. Den Championtitel „Mittel“ konnte schließlich Kitty (V: Helsinki) vom Betrieb Johannes Bauer einheimsen.

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Die reiferen Kuhklassen waren besetzt mit je einer Gruppe von Kühen mit fünf Abkalbungen, sechs Abkalbungen sowie einer Gruppe mit sieben und mehr Abkalbungen. Überwältigend war das Finale bei den Dauerleistungskühen. Sechs gewaltige Kühe standen im Ring. Der Championtitel ging verdient an die Hugoboss-Tochter Paula von Züchter Andreas Übetsroider. Jeweils drei Vertreterinnen mütterlicherseits aus den Stämmen der Vererber GS Mc Bauer Pp* sowie GS Magnat Pp* stellten sich in der Berglandhalle Sauters kritischem Blick. Er kürte die Kuhlinie Mc Bauer Pp* von Johannes Bauer zum Bundeschampion der Kuhfamilien. Der Reservechampiontitel ging an die Kuhlinie vom Betrieb Milchhof Steiner.

Als Champion Mittlere Kuhklassen verließ Kitty (V: Helsinki) von Johannes Bauer (RSTM) aus Ratten (Steiermark) im März den Schauring.

Als Champion Mittlere Kuhklassen verließ Kitty (V: Helsinki) von Johannes Bauer (RSTM) aus Ratten (Steiermark) im März den Schauring.

Diesjähriger Champion Jungkühe: Shirley Pp* (V: Mahomes P*S) von Alexander Hörmandinger, Peuerbach (Oberösterreich), FIH

Diesjähriger Champion Jungkühe: Shirley Pp* (V: Mahomes P*S) von Alexander Hörmandinger, Peuerbach (Oberösterreich), FIH

Rege Nachfrage bei der Versteigerung

Den krönenden Abschluss des Samstagabends bildete eine quantitativ wie auch qualitativ stark besetzte Eliteversteigerung. Im weiblichen Segment wurden neun genomische Jungrinder verkauft und erzielten einen Durchschnittspreis von gut 11.000 Euro. Ergänzt wurde das Angebot durch drei Jungkühe aus dem Ausstellungskontingent, die zu einem Durchschnittspreis von 7.500 Euro verkauft wurden. Auch im Segment der Embryonen zeigte sich eine rege Nachfrage: Sieben angebotene Embryonenpakete konnten zu einem Durchschnittspreis von knapp über 1.400 Euro je Embryo abgesetzt werden. Besonderes Interesse galt den Kandidaten im männlichen Segment. Sieben genetisch hochinteressante Kandidaten wurden von den Besamungsstationen nachgefragt und erzielten einen Durchschnittspreis von mehr als 25.000 Euro. Die Bundesfleckviehschau 2026 im Bergland war eine herausragende Veranstaltung und ein Züchterfest der Superlative. Von zahlreichen nationalen und internationalen Experten bestätigt, wurde einmal mehr sichtbar, welch hohes Niveau die österreichische Fleckviehzucht erreicht hat.

Insbesondere in der Euterqualität konnte im Vergleich zur letzten Bundesschau 2022 ein weiterer deutlicher Entwicklungsschritt festgestellt werden – ein klares Zeichen für die konsequente Weiterentwicklung der Rasse in Österreich. Auch das umfassende Rahmenprogramm rund um die Schau mit dem Internationalen Fleckviehforum, der Jubiläumsfeier „75 Jahre Fleckvieh Austria“ sowie einer hervorragend organisierten Stierpräsentation bei Genostar trug wesentlich zum Gesamterfolg der Veranstaltung bei. Möglich gemacht wurde dieser auch durch die Unterstützung der Vertreter aus Wirtschaft und Politik.

Weitere Highlights der Bundesfleckviehschau finden Sie hier:

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