Pflanzenschutzmittelausbringung

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Import-Lebensmittel fünfmal häufiger belastet

Einer Analyse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge sind Pflanzenschutzmittelrückstände in der Nahrung vor allem bei importierten Waren Thema. Das ruft Bauernvertreter auf den Plan.

Alljährlich ist die EFSA zur Erstellung eines Berichts zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln, welche in der EU gehandelt werden, verpflichtet. Die Wissenschaftler haben dafür insgesamt 125.882 Proben untersucht. Diese repräsentative Stichprobe wurde 2024 in den Mitgliedstaaten gezogen, teils durch nationale Programme, teils bei Grenzkontrollen.

Türkei auffällig

Das Ergebnis: Bei Ware, die in der EU produziert wurde, lag die Beanstandungsrate bei nur einem Prozent, österreichische Produkte waren nicht darunter. Bei Importen aus Drittstaaten waren es hingegen 5,2 Prozent. Einzelne Staaten überschritten diesen Wert nochmals. So enthielten fast 15 Prozent der Einfuhren aus der Türkei Rückstände über den zulässigen Werten. Hier war vor allem Obst betroffen. In einer Trockenobst-Probe aus Vietnam wurden indes sogar 36 verschiedene Pflanzenschutzmittelrückstände gleichzeitig nachgewiesen. Generell sprechen die EFSA-Experten dennoch von einem insgesamt „geringen Risiko für die Gesundheit der Verbraucher“.

Der Bericht ist der Beweis dafür, dass das europäische Landwirtschaftsmodell funktioniert.

Alexander Bernhuber

Der EU-Abgeordnete des Österreichischen Bauernbundes und ÖVP-Agrarsprecher im EU-Parlament, Alexander Bernhuber, sieht in den Zahlen hingegen eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Der Bericht ist Beweis dafür, dass das europäische Landwirtschaftsmodell funktioniert. 99 Prozent aller in der EU kontrollierten Lebensmittel sind sauber.“

Spiegelklauseln gefordert

Dennoch sieht Bernhuber Handlungsbedarf, und zwar bei der Handelspolitik. „Wir verlangen von unseren Landwirten zu Recht höchste Standards, aber wir öffnen gleichzeitig unsere Märkte für Produkte, die diesen Standards nicht entsprechen“, so der Parlamentarier. Wer auf den EU Markt liefere, müsse „ohne Wenn und Aber“ auch nach europäischen Standards produzieren, ist er überzeugt. Bernhuber plädiert daher für die rasche Einführung sogenannter „Spiegelklauseln“, um Importe, die diese Ansprüche nicht erfüllen, zu verbieten.

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