Mehr als gängige Klischees

Portrait Katharina Berger

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Frühmorgens der Stall, dann Frühstück für die Familie, Hausarbeit, Fahrt zum Markt, Hausübung kontrollieren und abends noch die Buchhaltung. Was sich wie eine To-do-Liste liest, ist für viele Bäuerinnen schlicht Alltag. Beim Bundesbäuerinnentag in Vorarlberg kamen vergangene Woche mehr als 800 von ihnen zusammen, die diesen Alltag kennen. Sie diskutierten, stellten klare Forderungen an die Politik und fanden zwischendurch auch Zeit für Gemeinschaft. Doch hinter dieser Energie steht eine grundlegendere Frage: Wie sichtbar sind heimische Bäuerinnen? Rund 36.000 Betriebe in Österreich werden von Frauen geführt. Dennoch bleibt die Arbeit, die sie täglich leisten, strukturell oft unsichtbar. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger machte deutlich, dass Frauen klare wirtschaftliche Rahmenbedingungen brauchen, um auf den Höfen bestehen zu können, und dies Grundvoraussetzung dafür ist, dass Betriebe auch in Zukunft weitergeführt werden.

Das von der UNO ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin ist damit mehr als ein symbolischer Rahmen, denn es ist eine Einladung, strukturelle Veränderungen ernsthaft anzugehen. Wertschätzung beginnt mit Wissen und Wissen braucht Kommunikation. Genau dieser Aufgabe, nämlich Sichtbarkeit zu schaffen, wo sie fehlt, widmet sich auch der BauernZeitung-Podcast „Hoftor Auf“. Bäuerinnen kommen dort zu Wort, mit Geschichten, die weit über gängige Klischees hinausgehen. Denn wer Bäuerin ist, bringt weit mehr mit als landwirtschaftliches Fachwissen. Es sind Stimmen, die es verdienen, gehört zu werden.

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