Die Buchbranche lässt selten mit Innovationen von sich hören, die auch unsere Landwirtschaft betreffen. Mitte April präsentierte die Druckerei Gugler aus Melk ihr erstes vegan zertifiziertes Kinderbuch. Die Nachfrage sei merkbar größer geworden, heißt es in einer Aussendung: „Immer wieder wollten Kundinnen und Kunden wissen, ob Druckprodukte auch vegan hergestellt werden können.“
Nachfrage schafft bekanntermaßen Angebote. Und so ist das Büchlein „Oh Obst“ der bayerischen Illustratorin Julia Neumayr nun Österreichs erstes Druckwerk, das offiziell vegan zertifiziert wurde. Kompostierbar auf FSC-Papier mit Farben auf Pflanzenölbasis in Österreich gedruckt, macht es kleinkindgerecht Lust auf die große Obstvielfalt. Als solches gehört es in Kindergärten und Krabbelstuben. Denn unsere Gesellschaft isst zu viele tierische Produkte und zu viel künstliche Süßstoffe. Ob ein veganes Buch aber automatisch nachhaltiger ist, wie in der Aussendung behauptet wird, bleibt zumindest diskussionswürdig. Schließlich kann die Nutzung tierischer Nebenprodukte auch Teil effizienter Verwertungsketten und eine wichtige Einnahmequelle für landwirtschaftliche Betriebe bzw. Schlachthöfe sein. Was man zu Recht beanstanden kann: Die tierischen Materialien in verarbeiteten Industrieprodukten sind de facto immer völlig unklarer Herkunft. Es mag für manche Zielgruppen wichtig sein, einzelne Bestandteile wegzulassen. Richtig innovativ wäre es, aufzuzeigen, welche Bestandteile in Leim, Klebstoffen und Farbpigmenten verwendet werden und ihre Herkunft zu kennzeichnen. Das wäre transparent, wäre fair – und mehr wert als jedes Label.
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