Hundert zu eins

Porträt Clemens Wieltsch

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Noch fünf Mal schlafen, dann ist es so weit. Die EU-Kommission hat vergangene Woche mit Stichtag 21. April einen chemisch-synthetischen Wirkstoff als Pflanzenschutzmittel neu zugelassen. Ein Ereignis, das in der EU mittlerweile Seltenheitswert aufweist. Zuletzt war es 2019 der Fall. Der neue Wirkstoff heißt Bixlozone und wurde vom US-Chemiekonzern FMC entwickelt. Verwendung findet das unter dem Namen Isoflex vertriebene Mittel als Herbizid in zahlreichen Ackerkulturen, darunter Getreide, Mais und Raps. Bis sich heimische Landwirte des neuen Mittels samt neuem Mechanismus bedienen können, ist allerdings noch Geduld gefragt. Nun steht noch die nationale Zulassung aus. Herstellerangaben zufolge zählten die EU-Behörden bei der Zulassung von Bixlozone offenbar nicht zu den Schnellsten. In Argentinien, Australien, China und Großbritannien (um nur einige zu nennen) sind die Mittel bereits erhältlich. Deutlich zügiger geht in der EU bekanntlich das Auslaufen bisher erlaubter Wirkstoffe. Seit der erwähnten Neuzulassung vor sieben Jahren sind laut EU-Pflanzenschutzmittel-Statistik insgesamt rund 100 Wirkstoffe verloren gegangen. Es steht demnach stattliche 100 zu eins.

Das Zahlenspiel zeigt einmal mehr, wie dringend es das Ende 2025 angestoßene Vereinfachungspaket für die Pflanzenschutzmittelzulassung braucht. Beruhigend stimmt, dass Experten hohe Erwartungen betreffend dieses sogenannten Omnibus-Pakets hegen. Weiterhin sichere, aber im Prozess verschlankte Verfahren wären jedenfalls wünschenswert. Das Resistenzmanagement lässt grüßen.

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