Die Unkrautbekämpfung im Ölkürbis ist in vielen Regionen eine Kombination aus chemischen und mechanischen Maßnahmen. Nachdem die Wirkung der Vorauflaufmittel im Ölkürbis auch stark von der Bodenfeuchtigkeit abhängt und einige Unkräuter auch nicht bekämpfbar sind, hat weiterhin auch die mechanische Unkrautregulierung ihre Bedeutung.
Die Firma Basf bringt eine neue Wirkstoffkombination auf den Markt. Conaxis wurde für die Kulturen Ackerbohne, Erbse (Gemüseerbse), Futtererbse, Gemüsesoja, Puffbohne (Pferdebohne), Sojabohne, Sommerraps, Sonnenblume, Winterraps und eben Ölkürbis zugelassen. Conaxis vereint die Wirkstoffe von Spectrum (Dimethenamid-p) und Centium CS (Clomazone). Conaxis ist im Raps mit 1,25 Liter pro Hektar (l/ha) und in allen anderen Kulturen mit 1,5 l/ha zugelassen. Mit 1,5 l/ha Conaxis werden umgerechnet 0,21 l/ha Centium CS und 0,83 l/ha Spectrum ausgebracht. Der Einsatz von Conaxis erfolgt im Vorauflauf. Erfasst werden ein- und zweikeimblättrige Samenunkräuter.
Nach wie vor ist die Bekämpfung von Ambrosie, Spitzklette, Schönmalve und auch Stechapfel im Ölkürbis nicht möglich. Auch Erdmandelgras breitet sich immer mehr aus. Das Erdmandelgras wird zu den 20 „weltweit gefährlichsten Unkräutern“ gezählt. Mit der Zulassung des Wirkstoffes Halosulfuron wäre auch im Ölkürbis eine Bekämpfung des Erdmandelgrases als auch Ambrosia im Nachauflauf möglich. Auch Knötericharten, Winden und Distel breiten sich im Kürbis aus.
Erdmandelgras
Versuchsergebnisse und Empfehlungen
Prinzipiell ist zu erwähnen, dass ein Zusatz von Flexidor generell die Verträglichkeit der Herbizide im Ölkürbis etwas verschlechtert. Die Aufwandmenge von Successor 600/Quantum und Conaxis sollte dabei maximal 1,5 l/ha sein.
Unkrauthirsen werden mit Successor 600 etwas schlechter bekämpft als mit Spectrum bzw. Conaxis.
Der Weiße Gänsefuß bzw. Vielsamige Gänsefuß wurde mit Successor 600 in Kombination mit Centium CS und Flexidor am besten bekämpft. 1,5 l/ha Conaxis hatten auf diesem Standort (mittelschwerer Boden und hoher Unkrautdruck) zu wenig Wirksamkeit auf den Weißen Gänsefuß. Conaxis in Kombination mit Flexidor bzw. 1 l/ha Spectrum + 0,25 l/ha Centium CS brachten ähnliche Wirksamkeiten auf den Weißen Gänsefuß. Spectrum wird aber voraussichtlich 2026 wieder nur eine Zulassung für die Zwischenreihenbehandlung haben.
Die Wirkung auf Amarant und Schwarzen Nachtschatten ist mit Conaxis bzw. Spectrum + Centium CS besser als mit Successor 600 + Centium CS. Successor 600/Quantum + Centium CS braucht für eine gute Wirksamkeit die Kombination mit Flexidor.
Centium CS + Flexidor gefolgt von Focus Ultra hat sich in den Herbizidversuchen als unbrauchbar herausgestellt.
Aus den Ergebnissen lassen sich für die diesjährige Saison folgende Strategien ableiten: 1,5 l/ha Successor 600/Quantum (VA) + 0,25 l/ha Centium CS (VA) + 0,15 l/ha Flexidor (VA) oder 1,5 l/ha Conaxis (VA) + 0,15 l/ha Flexidor (VA); wenn zusätzlich auch noch der Knöterich zu bekämpfen ist, sollte jedenfalls diese Mischung gewählt werden.
Eine Nachkorrektur der Hirsen im Nachauflauf kann, wenn notwendig, mit 1 l/ha Fusilade Max (EC 12 – EC 21), 2 l/ha bei Quecke (15-20 cm Wuchshöhe der Quecke) oder 1,25-1,5 l/ha Focus Ultra (EC 12 – EC 19) erfolgen. Focus Ultra ist mit maximal 2 l/ha im Ölkürbis zugelassen. Mit dieser Aufwandmenge wird auch Johnsongras einigermaßen miterfasst.
Krankheiten und Schädlinge
Die Bekämpfung der Fruchtfäule gestaltet sich schwierig, da Didymella und auch der Echte Mehltau im Ölkürbis meist erst später auftreten, wo ein Befahren der Felder ohne Schäden anzurichten nicht mehr möglich ist. So wird das zugelassene Produkt Propulse meist noch vor Reihenschluss eingesetzt. Andererseits ist der Ölkürbis auch dafür bekannt, dass Blattbehandlungen auch zu Rückständen von Wirkstoffen in den Kernen und letztendlich auch im Öl führen können. So wurde auch der Rückstandhöchstwert von Fluopyram im Propulse von 0,01 auf 0,4 Milligramm pro Kilogramm Kerne angehoben. Um Rückstände möglichst zu vermeiden, wird daher auch eine einmalige Anwendung von Propulse (1 l/ha) vor der Blüte empfohlen.
Zur Bekämpfung der Saatenfliege und des Drahtwurms im Ölkürbis wurden 2026 für Belem 0.8 MG sowie Force Evo Notfallzulassungen beantragt. Belem 0.8 MG hat für Saatenfliege, Drahtwurm als auch Erdraupen bereits eine Zulassung für 2026 mit 12 Kilogramm pro Hektar erhalten. Vor allem die Saatenfliege kann zu einem großen Aufgangsproblem werden. Ihre Larven können starke Fraßschäden an den keimenden Samen verursachen, vor allem bei kühleren Temperaturen während der Keimung. Die Saatenfliege wird angelockt durch wenig verrottetes organisches Material (Mist, Gründecken). Vorbeugend sollte beim Ölkürbisanbau eine Pflugfurche im Herbst erfolgen und der Zeitpunkt für den Ölkürbisanbau so gewählt werden, dass ein rasches Auflaufen der Kürbissaat möglich ist. Auch die mineralische Düngung ist eine vorbeugende Maßnahme, um das Problem Saatenfliege in den Griff zu kriegen.
Wenn der Kürbis aufgelaufen ist, so sind auch immer wieder Blattläuse ein Thema. Die neuen Sorten haben zwar eine gewisse Toleranz betreffend das Zucchinigelbmosaikvirus, trotzdem kann ein früher Blattlausbefall Pflanzen auch absterben lassen oder bei starken Blattsymptomen auch ertragswirksam werden. Für Mospilan 20 SG war 2025 zur Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren eine Notfallzulassung nach Artikel 53 gegeben. Auch 2026 wurde wiederum eine Artikel-53-Zulassung für Mospilan 20 SG beantragt und ist auch bereits genehmigt. Das Insektizid Teppeki bzw. die Vertriebserweiterung Afinto sind zur Bekämpfung von Blattläusen im Ölkürbis ebenfalls regulär (Artikel 51) zugelassen.
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Wertvolles Glied in der Fruchtfolge
Ölkürbis lockert getreide- und maislastige Fruchtfolgen auf. Er hinterlässt auch einiges an Nährstoffen und ist somit eine gute Vorfrucht für Wintergetreide. Andererseits sollte zumindest zwei Jahre lang kein Ölkürbis gebaut werden, damit Krankheiten in Schach gehalten werden können und der Unkrautdruck nicht zu groß wird.
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