Feuerwehr löscht Brand am Acker

Copyright © Foto: benjaminnolte - stock.adobe.com

Brandgefahr auf dem Hof: Das unterschätzen viele Landwirte

Mehr Technik am Bauernhof bedeutet auch mehr Brandrisiko. Eine neue Kampagne informiert Landwirte über Gefahren und wirksamen Brandschutz.

Rund 800 Mal pro Jahr kommt es auf landwirtschaftlichen Betrieben in Niederösterreich zu Bränden. Die Schäden sind enorm: Allein zwischen 2019 und 2024 summierten sie sich laut Landesstelle für Brandverhütung auf rund 188 Millionen Euro. Mit der Initiative „Es tarat brenna“ wollen die Niederösterreichische Versicherung (NV), die LK Niederösterreich und der Landesfeuerwehrverband nun verstärkt auf Prävention setzen.

„War es früher der klassische Heustockbrand, ist es heute oft der Brand, den moderne Technik auslöst“, sagt NV-Generaldirektor Stefan Jauk. Photovoltaikanlagen, Akkus und elektrische Systeme sind mittlerweile auf vielen Höfen im Einsatz. Sie erleichtern die Arbeit, erhöhen aber auch die Anforderungen an Sicherheit und Wartung. Im Schnitt entstehen laut NV jährlich rund 130 Millionen Euro Schaden auf landwirtschaftlichen Betrieben. Etwa zwei Großbrände pro Monat zeigen, wie ernst die Situation ist. Für LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager kommt die Initiative zur richtigen Zeit. Jeder dritte Brand ereigne sich in der Landwirtschaft. „Ein Brand zerstört in einer Stunde, was oft über Generationen aufgebaut wurde“, betont er. Neben Gebäuden und Maschinen gehen dabei häufig auch Futterreserven verloren, mit existenziellen Folgen für Betriebe.

Feuerwehren gefordert

Auch neue Energiesysteme stellen die Feuerwehren vor Herausforderungen. „Diese Systeme brennen nicht unbedingt öfter, aber sie brennen anders“, erklärt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Batteriebrände seien komplex und könnten sich nach Stunden wieder entzünden. Sein Rat: Photovoltaikanlagen immer von Fachleuten installieren lassen, Anlagen regelmäßig warten und Akkus nur auf nicht brennbaren Unterlagen laden. Wichtig seien außerdem Rauchmelder, saubere Anlagen und ausreichend Abstand zwischen Ladestationen und brennbaren Materialien.

Mit der Kampagne wollen die Partner über das ganze Jahr hinweg für mehr Bewusstsein sorgen. Denn oft reichen schon kleine Maßnahmen, um große Schäden zu verhindern.

Weitere Artikel