Stephan Pernkopf am Rednerpult

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NÖ Bauernbund beschließt Zukunftsprogramm mit Forderung nach Bürokratieabbau

Der Niederösterreichische Bauernbund hat anlässlich seines 120-jährigen Bestehens ein Zukunftsprogramm mit sieben Kernforderungen beschlossen. Im Fokus stehen Entlastungen wie der Agrardiesel, weniger Bürokratie sowie Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft.

Beim Landesbauernrat des Niederösterreichischen Bauernbundes wurde vergangene Woche im Raiffeisenhaus in Wien das neue Zukunftsprogramm mit sieben Kernforderungen beschlossen. Entstanden ist es nach insgesamt 26 Jugendgesprächen in allen Bezirken sowie vier Diskussionsveranstaltungen mit rund 800 Orts- und Gemeindevertretern der Organisation aus allen Vierteln und auf Basis einer Umfrage unter allen Mitgliedern.

Im Zentrum stehen Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf legte in seiner Funktion als Obmann die politische Stoßrichtung fest. Das 120-Jahr-Jubiläum des Bauernbundes verstehe man als Auftrag zur „politischen Standortbestimmung“ in einer zunehmend von Krisen geprägten Welt, hieß es.

Bauernbund fordert Rückkehr zum Agrardiesel

Pernkopf warnte vor den Folgen steigender Betriebsmittelpreise und ausgelaufener Entlastungen, Stichwort Agrardiesel. Während andere EU-Staaten weiterhin Unterstützungsmodelle anwenden, gerate die heimische Landwirtschaft unter Druck. Steigende Energie- und Düngemittelkosten treffen auf sinkende Erzeugerpreise bei Getreide, Milch und Fleisch. „Die Landwirtschaft darf in dieser schwierigen Zeit nicht zusätzlich belastet werden“, so Pernkopf. Direktor Paul Nemecek ergänzte, dass jetzt Zeit zu handeln sei, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Das habe man auch bei Bundeskanzler Christian Stocker bereits argumentiert, hieß es von der Bauernbund-Spitze. Weitere Punkte im Positionspapier sind: Bürokratieabbau, eine Absage an neue Steuern „auf Haus und Hof“, verstärkte Verbraucherinformation sowie ein Fokus auf Innovation.

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Das Zukunftsprogramm soll als Richtschnur für die Arbeit der kommenden Jahre dienen. Das Bauernbund-Gremium hat dies einstimmig beschlossen.

Auch Hausherr und Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder kam beim Landesbauernrat zu Wort und stellte dabei das Gemeinsame in den Vordergrund. Eigenverantwortung, Solidarität und christlich-soziale Werte seien vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen wichtiger denn je.

Weiters unterstrich Hameseder die Rolle von Raiffeisen als verlässlicher Partner der Landwirtschaft. Trotz herausfordernder Zeiten gelte es, auf Nachhaltigkeit, regionale Verantwortung und Stabilität zu setzen. Der Bauernbund versteht das vom Landesbauernrat abgesegnete Zukunftsprogramm als Arbeitsauftrag an die Politik in St. Pölten, Wien und Brüssel. Die Umsetzung der Forderungen zu Agrardiesel, Bürokratieabbau und Versorgungssicherheit soll in den kommenden Monaten konsequent vorangetrieben werden.

Die Forderungen

1. Leistung fördern

2. Versorgungsauftrag stärken

3. Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau jetzt

4. Innovationsturbo zünden

5. Konsumenten informieren

6. Bäuerliches Sozialsystem verbessern

7. Bildung als Schlüssel unseres Erfolgs

Das Zukunftsprogramm ist online unter noebauernbund.at/zukunftsprogramm abrufbar.

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