Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich ist am Montag in St. Pölten zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen aktuelle agrarpolitische und wirtschaftliche Herausforderungen für die heimischen Betriebe. Besonders der Marktfruchtbau sowie mehrere agrarpolitische Resolutionen standen im LK-Gremium im Mittelpunkt.
Marktfruchtbau unter Druck
Der Marktfruchtbau sieht sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert. Steigende Produktionskosten für Energie, Dünger und Pflanzenschutzmittel treffen auf sinkende Erlöse bei zentralen Kulturen wie Getreide, Mais, Ölsaaten, Zuckerrüben und Kartoffeln. Die Folge ist eine zunehmende Preisschere, die die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe selbst bei stabilen Erträgen belastet.
Im Rahmen der Vollversammlung präsentierte LK-Vizepräsident Lorenz Mayr die Ergebnisse eines umfassenden Zukunftsprozesses der LK Niederösterreich. Ziel sei es, die Betriebe strategisch zu stärken und ihre wirtschaftliche Basis langfristig abzusichern. In fünf regionalen Arbeitsgruppen wurden Kostenstrukturen analysiert, Erlöspotenziale bewertet und betriebliche Anpassungsmaßnahmen erarbeitet. Die daraus abgeleiteten Strategien reichen von Kostensenkungen über neue Einkommensquellen bis hin zu strukturellen Weiterentwicklungen auf Betriebsebene. Im Mittelpunkt steht die Kombination aus kurzfristiger Entlastung und langfristiger Stabilität.
Agrarresolutionen beschlossen
Ein weiterer Schwerpunkt der Vollversammlung waren mehrere agrarpolitische Resolutionen. Im Zentrum stand die Forderung der LK Niederösterreich zur Zukunft des Agrardiesels. Hintergrund sind stark gestiegene Energiepreise infolge internationaler Krisen sowie die angespannte Lage auf den globalen Rohstoffmärkten, etwa bei Öl, Gas und Düngemitteln. Durch das Auslaufen der nationalen Entlastungsmaßnahmen Ende 2025 sieht sich die heimische Land- und Forstwirtschaft im EU-Vergleich zunehmend benachteiligt. Die LK fordert daher die Weiterführung steuerlicher Entlastungsmaßnahmen, um Wettbewerbsnachteile abzufedern und Planungssicherheit zu gewährleisten.
Ebenfalls beschlossen wurde eine Resolution zur Eindämmung der Goldgelben Vergilbung bei Reben. Diese meldepflichtige Pflanzenkrankheit verursacht im Weinbau erhebliche Schäden und wird durch die Amerikanische Rebzikade übertragen, die sich auch in Niederösterreich zunehmend ausbreitet. Die LK betont die Notwendigkeit einer konsequenten Bekämpfung des Schädlings sowie klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. Die derzeit in Begutachtung befindlichen Maßnahmen auf Landesebene werden ausdrücklich unterstützt; eine rasche Umsetzung der entsprechenden Verordnung wird eingefordert.
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