Fleisch oder nicht Fleisch?

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Es ist eine persönliche Entscheidung: Man kann den Konsum tierischer Produkte aus guten Gründen (etwa Tier- und Klimaschutz) ablehnen. Es gibt aber auch gute Argumente für Fleisch- und Milchprodukte – etwa den Geschmack oder die Tatsache, dass durch Tierzucht auch Grünland für die menschliche Ernährung nutzbar gemacht werden kann.

Der große Veggie-Hype der vergangenen Jahre ist jedenfalls zu Ende. Die Zahl der Vegetarier und Veganer wächst zwar weiter (vor allem unter jungen Menschen), aber nicht so rasch, wie von vielen erwartet wurde. Das zeigt sich auch beim Weltmarktführer von Fleischersatzprodukten, Beyond, dessen Börsenwert seit dem Höhepunkt 2019 um 90 Prozent schrumpfte. Dass in der hochemotionalen Debatte „Fleisch oder nicht Fleisch“ wieder Augenmaß einkehrt, zeigt auch der jüngste EU-Beschluss, laut dem man pflanzliche Produkte zwar als „Schnitzel“ oder „Burger“ (nach der Zubereitungsart) bezeichnen darf, es aber in Zukunft keine vegetarischen „Hühnerkeulen“, „Steaks“ oder andere Teile von Tieren geben darf. Diese Unterscheidung ist vernünftig und zukunftsweisend. Allerdings steht bereits das nächste knifflige Thema vor der Tür: „Fleisch“ aus Zellkulturen. Hier schreitet die Technologie rasch voran, sodass das nun beschlossene Verbot, tierische Zellen aus dem Bioreaktor als „Fleisch“ zu bezeichnen, wohl bald wieder zur Debatte stehen wird.

Und das ist im Grunde auch gut so. Denn das Thema Ernährung ist so wichtig, dass es regelmäßig gesellschaftlich diskutiert werden muss.

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