Innovative ländliche Regionen

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Gemeinhin gelten Städte als innovativ und – im Gegensatz dazu – ländliche Räume als traditionsverhaftet. Nichts könnte aber falscher sein, wie wir spätestens seit dem „Digital Skills Barometer“ wissen. Diese Umfrage kam vor gut einem Jahr zu dem Ergebnis, dass 49 Prozent der Landwirtinnen und Landwirte in der Gruppe der digitalen Vorreiter angesiedelt sind; in der Gesamtbevölkerung sind es hingegen nur 36 bzw. 31 Prozent.

Diese Nähe der ländlichen Bevölkerung zu Innovationen schlägt sich auch im regionalen Vergleich nieder – und zwar auch in Branchen abseits von Land- und Nahrungsmittelwirtschaft. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der EU hat kürzlich festgestellt, dass städtische Regionen zwar im Durchschnitt höhere Forschungsinvestitionen und mehr Patentanmeldungen aufweisen, dass aber gleichzeitig jede fünfte ländliche Region deutlich über dem europaweiten Durchschnitt aller Regionen liegt. Solche hochinnovativen ländlichen Regionen gibt es der Studie zufolge auch in Österreich; zum Beispiel Traun- und Innviertel, Tiroler Unterland, in manchen Kategorien auch Teile der Steiermark und Niederösterreichs. Insgesamt liegt Österreich in diesem Innovations-Vergleich zwischen Stadt und Land in der absoluten Spitzengruppe der 27 EU-Staaten.

Das stimmt optimistisch: Solange Menschen im ländlichen Raum neugierig auf Neues sind und Innovationen für sich zu nutzen wissen, muss man sich um die Zukunft keine allzu großen Sorgen machen. Auch wenn die Lage derzeit alles andere als rosig ist.

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