Die Farmer zählen seit Erschaffung von Donald Trumps „Make America great again“-Bewegung zu deren treuesten Unterstützern. Hing zu Beginn der zweiten Amtszeit der Haussegen zwischen ihm und der Agrarbranche durch die Zollpolitik und fehlende Arbeitskräfte aus dem Ausland etwas schief, scheint man derzeit um Entgegenkommen bemüht.
Trump weiß offenbar, wie er seine Wählerschaft rechtzeitig vor den anstehenden Zwischenwahlen zufriedenstellt. Im Februar erklärte er Glyphosat zum sicherheitsrelevanten Rohstoff, um die inländische Versorgung mit dem Totalherbizid abzusichern. Vergangene Woche legte er – überschattet von den Meldungen rund um das Kriegsgeschehen im Iran – nochmals eins drauf. Im Zuge der Feierlichkeiten rund um das 250-jährige Jubiläum der Landwirtschaft in den USA sprach er im Garten des Weißen Hauses vor eigens angereisten Landwirten aus allen Teilen der Staaten und kündigte einen neuen „Nationalen Tag der Landwirtschaft“ an, welcher künftig immer am 24. März begangen werden soll.
Rede lässt Kurse purzeln
In seiner Rede forderte der US-Präsident namhafte Hersteller von Landmaschinen auf, ihre Preise zu senken. Namentlich sollten John Deere, Case IH, Caterpillar und weitere führende Landmaschinenfirmen den Farmern mit niedrigeren Kosten für Traktoren und Maschinen entgegenkommen. Die Aktionäre der genannten Konzerne hörten das offenbar gar nicht gern. Die Börsennotierung von Deere & Co fiel nach der Erklärung Medienberichten zufolge um 2 Prozent, CNH Industrial verlor immerhin 1 Prozent, Caterpillar gut 1,2 Prozent.
AdBlue-Pflicht fällt
Doch damit nicht genug. „Wir beenden die Ära übermäßiger Regulierungen, die die Produktivität gehemmt, die Ausrüstungskosten erhöht und amerikanische Landwirte und Viehzüchter benachteiligt hat“, sagte Trump außerdem in Richtung jüngster Proteste der Landwirte gegen die AdBlue-Pflicht bei neuen Dieselmotoren. Er gab kurzerhand bekannt, die Abschaltung der zugehörigen Sensoren anzuordnen. Die US-Umweltbehörde EPA hebt nun die Pflicht zur Installation von AdBlue-Sensoren auf. 4,5 Mrd. US-Dollar soll sich die Branche laut Angaben des Weißen Hauses dadurch ersparen.
Steuerliche Entlastungen als Zuckerl
Bei seiner Rede unterstrich der Republikaner auch bisher Erreichtes. So sei die Erbschaftsteuer faktisch dauerhaft abgeschafft worden. Farmer profitierten zudem von der Möglichkeit von Sofortabschreibungen für Technikkäufe und Flächenausweitungen sowie von einem Steuerabzug in Höhe von 20 Prozent für Kleinunternehmen. Für die beim Kauf von Agrarflächen anfallende Kapitalertragsteuer wurde den Landwirten außerdem eine Stundung gewährt.
„OnlyFarms“ stößt auf wenig Gegenliebe
Der Staatschef geizte – wie üblich – auch nicht mit beachtlichen Zahlen. In seiner Amtszeit seien bereits 40 Mrd. US-Dollar an direkter Unterstützung für die Landwirtschaft geflossen, um sich „von den jahrelangen unfairen Außenhandelspraktiken und der katastrophalen Politik der Biden-Regierung zu erholen“, wie er sagte.
Für die BauernZeitung waren diese Summen nicht überprüfbar, sehr wohl aber die kurz vor dem Termin neu geschaffene Förderplattform für die Landwirtschaft. Die Internetseite trägt den Namen „OnlyFarms“ eine Anspielung an eine Plattform für Internet-Pornografie („OnlyFans“). In der US-Medienwelt war der Aufschrei über die Namensgebung groß. Trump mache sich über die Krisensicherung für die Landwirtschaft lustig und ziehe „alles ins Lächerliche“, so der Tenor.
Auf OnlyFarms finden Landwirte jedenfalls eine Karte, auf der sie ihren Bundesstaat auswählen können, um zu sehen, wie viel sie dank Trumps Agraragenda im Durchschnitt gespart haben sollen, umriss die New York Post das Konzept der Seite. Damit wolle er zeigen, wie großartig doch seine Agrarpolitik ist, heißt es im Blatt.
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